GLM-5.3: Zhipu bringt neues Open-Weights-Modell für Code
Kurz gesagt: Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu AI hat mit GLM-5.3 ein neues Sprachmodell veröffentlicht, das eigenen Angaben zufolge das leistungsfähigste Open-Weights-Modell für Programmieraufgaben ist. Die Basis blieb gegenüber GLM-5.2 unverändert, sämtliche Verbesserungen stammen aus intensivierter Nachschulung. Bei internen Tests stieg die Coding-Leistung um rund 50 Prozent, unabhängige Benchmarks zeigen deutliche Sprünge etwa bei Terminal-Bench 3.0. Zusätzlich wurde das Modell gezielt auf Cybersicherheit trainiert und half bereits, über 2.400 Schwachstellen in realen Projekten aufzuspüren. Die Modellgewichte sollen in zwei Wochen offen zugänglich werden.
Symbolbild: KI-generiert
Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu AI hat am 14. August 2026 sein neues Modell GLM-5.3 vorgestellt und bewirbt es laut The Decoder als das derzeit leistungsfähigste frei verfügbare Open-Weights-Modell für Programmieraufgaben. Bemerkenswert daran: Das zugrunde liegende Basismodell ist identisch mit dem des Vorgängers GLM-5.2 - sämtliche Fortschritte stammen laut Zhipu allein aus einer deutlich intensivierten Nachschulungsphase (Post-Training).
50 Prozent mehr Coding-Leistung, klare Zahlen bei unabhängigen Tests
In Zhipus eigenen Auswertungen legte die Coding-Fähigkeit gegenüber GLM-5.2 um rund 50 Prozent zu. Konkreter werden die Fortschritte bei öffentlich nachvollziehbaren Benchmarks: Bei Terminal-Bench 3.0 kletterte der Wert von 4,6 auf 28,3 Punkte, bei DeepSWE v1.1 von 46,2 auf 66,9 und bei SWE-Marathon v1.1 von 19,4 auf 42,5 - jeweils mehr als eine Verdopplung. Damit liegt GLM-5.3 nach Zhipus Angaben unter allen Open-Source-Modellen an der Spitze, etwa auch bei Terminal Bench 3.0 und dem Agenten-Test Agents' Last Exam. Bereits der Vorgänger GLM-5.2 hatte beim schwer zu manipulierenden SWE-Bench Pro als erstes offenes Modell überhaupt vor einem proprietären US-Konkurrenzmodell gelegen. In chinesischen Fachmedien wird die Coding- und Agenten-Leistung von GLM-5.3 zudem nah an Anthropics Modell Claude Fable 5 eingeordnet.
Gezielt auf Cybersicherheit trainiert
Eine Besonderheit von GLM-5.3 ist die gezielte Ausrichtung auf Cybersicherheit, mit der Zhipu laut The Decoder eine bekannte Schwäche chinesischer Modelle gegenüber US-Konkurrenz angehen will. Das Modell wurde mit speziellen Daten und Testumgebungen zur Erkennung von Software-Schwachstellen geschult. In Zusammenarbeit mit chinesischen Sicherheitsteams fand GLM-5.3 dabei 2.436 Schwachstellen in 269 Projekten, darunter Lücken, die bis zu 40 Jahre alt sind - die Funde sollen in einem öffentlichen Register dokumentiert werden.
Verfügbarkeit: sofort nutzbar, Gewichte folgen in zwei Wochen
GLM-5.3 steht ab sofort über Zhipus GLM-Coding-Plan sowie in Coding-Werkzeugen wie ZCode oder OpenCode zur Verfügung. Die Modellgewichte selbst - Voraussetzung für den lokalen, kostenlosen Betrieb abseits der Zhipu-eigenen API - sollen laut Ankündigung erst in rund zwei Wochen als Open Source veröffentlicht werden, nachdem zusätzliche Sicherheitsbewertungen abgeschlossen sind.
Einordnung
Für Entwickler und Unternehmen in Deutschland ist GLM-5.3 vor allem als kostengünstige, offene Alternative zu proprietären US-Modellen interessant: Wer eigene Coding-Agenten betreibt oder Wert auf lokal betreibbare Modelle ohne Abhängigkeit von einem einzelnen Cloud-Anbieter legt, bekommt mit den frei verfügbaren Gewichten in wenigen Wochen ein Modell an die Hand, das bei Programmieraufgaben laut Benchmarks inzwischen auf Augenhöhe mit den Marktführern liegt. Wie bei chinesischen Modellveröffentlichungen üblich, stammen die aktuell kursierenden Vergleichszahlen vorwiegend aus Zhipus eigenen Tests - unabhängige Nachmessungen etwa über Artificial Analysis oder LMArena stehen zum Zeitpunkt der Ankündigung noch aus und dürften erst nach der Gewichts-Freigabe folgen.