Grok Bot: SpaceXAI schickt KI-Kollegen ins Rennen um Claude & Co.
Kurz gesagt: SpaceXAI (die fusionierte Firma aus xAI und SpaceX) hat zusammen mit dem Coding-Startup Cursor "Grok Bot" vorgestellt: KI-Agenten, die sich eigenständig in bestehende Programme und Postfächer einloggen, Aufgaben end-to-end erledigen und nur bei nötigen Entscheidungen um Freigabe fragen. Jeder Bot läuft dafür auf einem eigenen Cloud-Rechner, mehrere Bots können sich koordinieren. Verfügbar in der Beta für Abonnenten von Super Grok Heavy (rund 300 Dollar/Monat) sowie Cursor Ultra und Cursor Teams Premium, zunächst für macOS und iOS, Windows, Linux und Android folgen. Damit reiht sich SpaceXAI in ein Feld ein, in dem Anthropic mit Claude Cowork und OpenAI mit dem Codex-Agenten in ChatGPT bereits aktiv sind - konkrete Leistungs-Benchmarks zu Grok Bot hat SpaceXAI bislang nicht veröffentlicht.
Symbolbild: KI-generiert
Nachdem Anthropic mit Claude Cowork und OpenAI mit agentischen Funktionen in ChatGPT vorgelegt haben, zieht jetzt SpaceXAI nach - so meldete es zuerst t3n unter Berufung auf die offizielle Ankündigung. SpaceXAI ist der neue Name der im Februar 2026 vollzogenen Fusion von Elon Musks KI-Firma xAI mit SpaceX, einem Deal, der die kombinierte Firma mit 1,25 Billionen Dollar bewertete; der Markenname Grok für die Modelle blieb erhalten. Vorgestellt wurde "Grok Bot" gemeinsam mit dem Coding-Startup Cursor - das erste gemeinsame Produkt der beiden Unternehmen.
Ein eigener Rechner pro Aufgabe
Anders als ein klassischer Chatbot bekommt jeder Grok Bot laut SpaceXAI einen eigenen virtuellen Computer in der Cloud, loggt sich dort selbstständig in vorhandene Werkzeuge, Apps und E-Mail-Postfächer ein und arbeitet Aufgaben komplett durch - vom Anfang bis zum Ergebnis, mit Rückfrage nur dort, wo eine menschliche Entscheidung nötig ist. Die Bots merken sich frühere Unterhaltungen, übernehmen den Schreibstil der Nutzer und sollen mit der Zeit sogar Aufgaben erkennen, bevor sie explizit angefordert werden. Mehrere Bots lassen sich zudem koordinieren: Ein als "Chief of Staff" eingesetzter Bot kann laut SpaceXAI spezialisierte Bots für Posteingang, Spesen, Recruiting oder Bug-Fixes steuern und mit ihnen in Gruppenchats kommunizieren, ohne dass der Nutzer Informationen manuell weiterreichen muss. Erste interne Testnutzer bei SpaceXAI setzten die Bots eigenen Angaben zufolge unter anderem für Vertriebs-Outreach, Marketing-Kampagnen, das Onboarding neuer Mitarbeiter und Bugfixes ein.
Direkter Angriff auf Claude Cowork
Die eigene Recherche zeigt: Grok Bot positioniert sich unübersehbar gegen Anthropics Claude Cowork, das im Januar 2026 zunächst als Desktop-App startete und inzwischen auch im Web und mobil läuft - beide Produkte verfolgen denselben Ansatz, KI-Agenten für allgemeine Büroarbeit statt nur für Programmieraufgaben einzusetzen, die dauerhaft im Hintergrund weiterlaufen. Pikant dabei: Anthropic ist zugleich einer der größten Rechenleistungs-Kunden von SpaceX, seit Mai 2026 nutzt das Unternehmen unter anderem das Colossus-1-Rechenzentrum in Memphis mit über 300 Megawatt Leistung und mehr als 220.000 Nvidia-Grafikchips - Konkurrent und Kunde in einem. OpenAI arbeitet parallel an eigenen Agentenfunktionen rund um Codex in ChatGPT mit Fokus auf Geschäftskunden. Konkrete Benchmark-Zahlen zur Leistungsfähigkeit von Grok Bot - etwa im Vergleich auf Standard-Agententests - hat SpaceXAI bislang nicht veröffentlicht; unabhängige Messungen dazu liegen noch nicht vor.
Preis und Verfügbarkeit
Zugang zur Beta haben aktuell Abonnenten des Tarifs "Super Grok Heavy" für rund 300 Dollar im Monat sowie Nutzer von Cursor Ultra und Cursor Teams Premium (200 bis 300 Dollar im Monat). Gestartet ist Grok Bot für macOS und iOS, Windows- und Linux-Versionen sind da, eine Android-App soll folgen, Unternehmenskunden können sich auf eine Warteliste setzen. Für deutsche Nutzer bedeutet das vorerst: ein Beta-Angebot im Premium-Preissegment, ohne unabhängig geprüfte Leistungsdaten und mit denselben grundsätzlichen Fragen wie bei jedem autonomen KI-Agenten, der sich selbstständig in E-Mail und Firmensoftware einloggt - etwa nach Kontrolle, Haftung und Datenschutz bei Fehlentscheidungen des Bots.
Quellen: t3n, ergänzt um Angaben von Business Today und der Einordnung von Trending Topics zum Wettbewerbsumfeld mit Claude Cowork.