Sakana AI behauptet: Modell-Router Fugu Ultra v1.1 schlägt Fable 5 – obwohl es gar nicht mitspielt
Kurz gesagt: Kurz gesagt: Fugu Ultra ist kein eigenes KI-Modell, sondern ein Router, der Anfragen automatisch an das jeweils beste Modell aus einem Pool von Top-Anbietern verteilt. Version 1.1 soll laut Sakana AI deutlich besser abschneiden als v1.0 und dabei sogar Anthropics Fable 5 schlagen – obwohl Fable 5 selbst gar nicht im Auswahl-Pool steckt. Alle Zahlen stammen ausschließlich von Sakana selbst, eine unabhängige Prüfung fehlt bislang, und EU-Nutzer bleiben wegen DSGVO-Bedenken weiterhin außen vor.
Das japanische KI-Unternehmen Sakana AI hat sein Router-Produkt Fugu Ultra in Version 1.1 veröffentlicht. Anders als ein klassisches Sprachmodell trainiert Fugu selbst keine Antworten, sondern entscheidet bei jeder Anfrage, welches Modell aus einem Pool aktueller Top-Systeme sie am besten beantworten kann, und leitet sie dorthin weiter. Laut Sakana verbessert sich die Trefferqualität mit v1.1 um bis zu 7,9 Punkte gegenüber der Vorversion, mit den größten Sprüngen bei den Benchmarks ProgramBench und TerminalBench 2.1. Neu ist zudem ein Endpoint, der sich mit Anthropics Terminal-Tool Claude Code nutzen lässt, sowie eine breitere Verfügbarkeit über Plattformen wie OpenRouter und Vercel.
Für Aufsehen sorgt vor allem eine einzelne Behauptung: Fugu Ultra v1.1 soll in Tests besser abschneiden als Anthropics eigenes Modell Fable 5 – obwohl Fable 5 gar nicht zu den Modellen gehört, zwischen denen der Router überhaupt wählen kann. Wie das Fachportal The Decoder berichtet, stammen sämtliche Vergleichszahlen ausschließlich von Sakana selbst; eine unabhängige Nachprüfung durch Dritte gibt es bislang nicht. Genutzt wird Fugu Ultra über eine API, abgerechnet nach Token: 5 US-Dollar je Million Eingabe-Token, 30 US-Dollar je Million Ausgabe-Token. Neue Modelle sollen künftig nach rund zwei Wochen Trainingszeit in den Auswahl-Pool aufgenommen werden. In der EU und im EWR ist der Dienst weiterhin nicht verfügbar – Sakana begründet das mit DSGVO-Anforderungen.
Unsere Einordnung
Ein Router, der automatisch das passende Modell aus mehreren Anbietern auswählt, ist technisch ein interessanter Ansatz und liegt im Trend, seit der Markt an leistungsfähigen Modellen immer breiter wird. Die konkrete Marketing-Aussage, man schlage ein Modell, das man selbst gar nicht anbieten kann, sollte man aber mit Vorsicht lesen: Ohne unabhängige Benchmarks bleibt es eine Eigenaussage des Herstellers, und schon die erste Fugu-Version bekam laut The Decoder gemischte Kritik wegen hohem Tokenverbrauch, langsamer Antworten und schwacher Ergebnisse in der Praxis. Für europäische Entwickler ist die Nachricht ohnehin erst einmal theoretisch, solange der Dienst hierzulande nicht nutzbar ist. Quelle: The Decoder.