Preiskeller 🚪 Wer zahlt noch für KI? MiniMax M3.1 Flash aus China
Kurz gesagt: MiniMax M3.1 Flash erreicht im Intelligence Index von Artificial Analysis 42 Punkte, 13 mehr als der Vorgänger, bei weniger als halben Kosten pro Aufgabe. Dafür beantwortet es fast jede Frage, auch wenn es die Antwort nicht kennt: Die Halluzinationsrate liegt bei 93 Prozent.
Symbolbild: KI-generiert
Wer KI-Modelle per Schnittstelle in eigene Werkzeuge einbaut, kennt das Problem: Die Rechnung wächst schneller als der Nutzen. Genau hier setzt der chinesische Anbieter MiniMax an. Sein neues Modell M3.1 Flash kostet über die API 0,15 US-Dollar pro Million Eingabetoken und 0,60 Dollar pro Million Ausgabetoken; zwischengespeicherte Eingaben schlagen mit 0,015 Dollar zu Buche. Das Kontextfenster fasst bis zu eine Million Token, das Modell versteht Text und Bilder.
Was die Zahlen sagen
Laut The Decoder erreicht M3.1 Flash im Intelligence Index von Artificial Analysis 42 Punkte. Der Vorgänger M3 kam auf 29. Eine Aufgabe des Index kostet mit dem neuen Modell rund 0,22 Dollar statt etwa 0,51 Dollar. Damit liegt es gleichauf mit GLM-5.3-Flash (42) und knapp vor Gemini 3.8 Flash (41), aber hinter DeepSeek V4.1 Flash 1017 mit 45 Punkten. Der DeepSeek-Konkurrent kostet etwa 0,26 Dollar pro Aufgabe.
Im Härtetest „Humanity’s Last Exam“ schlägt MiniMax das DeepSeek-Modell mit 48 zu 43 Prozent. Bei der Faktentreue (AA-Omniscience) liegt es mit 56 Prozent richtigen Antworten ebenfalls vorn (DeepSeek: 43 Prozent). Bei Physik auf Forschungsniveau (CritPt) ist DeepSeek mit 24 zu 22 Prozent besser. Die eigenen Herstellerangaben, etwa 73,7 Prozent im Programmierbenchmark DeepSWE v1.1 oder 62,2 Punkte im Geschäftsabläufe-Test Automation-Bench, berichtet VentureBeat; sie stammen von MiniMax selbst und sind noch nicht unabhängig bestätigt.
Der Haken: 93 Prozent Halluzinationsrate
Die Halluzinationsrate misst, wie oft ein Modell bei Unwissen trotzdem antwortet, statt zu passen. M3.1 Flash antwortet fast immer, und weil nicht jede Antwort stimmt, ist ein sehr großer Teil der falschen Antworten erfunden. Der Gesamtwert im Omniscience-Test beträgt laut VentureBeat nur 16.
Unsere Einordnung
Für Privatanwender ist das vor allem ein Preissignal: Gute Modelle werden billiger, und der Druck auf Anbieter mit Monatsabo steigt. Wer damit Texte zusammenfasst, Code vorschlägt oder Smart-Home-Automationen entwirft, sollte jedes Ergebnis prüfen, besonders bei Fakten und Sicherheitsthemen. Billig und selbstsicher ist keine gute Kombination, wenn niemand nachprüft. Die Gewichte sind zum Start proprietär; offene Gewichte hat MiniMax für den 23. Oktober 2026 angekündigt, die Lizenzbedingungen sind noch unbekannt. Ob das Modell dann auch lokal läuft, ist offen.
Quelle: The Decoder, VentureBeat, Artificial Analysis (Stand 19.10.2026).