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OpenAI holt bei Firmenkunden auf Anthropic auf, zeigen Ramp-Zahlen

Kurz gesagt: Der US-Zahlungsdienstleister Ramp wertet monatlich die Ausgaben von über 70.000 amerikanischen Unternehmen für KI-Abos aus. Im Juli 2026 lag Anthropic mit rund 44 Prozent der zahlenden Firmen vor OpenAI mit etwa 40 Prozent - im laufenden dritten Quartal wächst OpenAI unter diesen Firmenkunden aber schneller als Anthropic, was TechCrunch als mögliches Signal für einen Stimmungsumschwung wertet. Der Gesamtmarkt wächst parallel: Der Anteil zahlender Firmen stieg von 50 Prozent im März auf rund 56 Prozent im Juli.

OpenAI holt bei Firmenkunden auf Anthropic auf, zeigen Ramp-Zahlen

Symbolbild: KI-generiert

Wie treu sind Firmenkunden eigentlich ihrem KI-Anbieter? Offenbar deutlich weniger, als es die Marketingversprechen von "Enterprise-Lock-in" vermuten lassen. Das zeigen aktuelle Zahlen des US-Zahlungsdienstleisters Ramp, über den mehr als 70.000 amerikanische Unternehmen ihre Firmenkarten und Rechnungen abwickeln - und damit auch ihre KI-Abos bezahlen.

Anthropic führt noch, aber der Abstand schmilzt

Im Ramp AI Index für Juli 2026 zahlten rund 44 Prozent der erfassten US-Unternehmen für Anthropic-Produkte, bei OpenAI waren es knapp 40 Prozent. Anthropic hatte die Führung im Mai übernommen und seither gehalten. Im laufenden dritten Quartal dreht sich der Trend jedoch: OpenAI gewinnt unter Ramp-Kunden aktuell schneller neue zahlende Unternehmen hinzu als Anthropic, wie TechCrunch unter Berufung auf Ramp berichtet. Ramp-Ökonom Ara Kharazian nennt als einen Treiber das Modell GPT-5.6 Sol, das laut den Rohdaten des August-Reports bereits 25 Prozent aller OpenAI-Tokens und 23 Prozent der OpenAI-Ausgaben bei Ramp-Kunden ausmacht. Anthropics teuerstes Modell Fable 5 kommt dagegen nur auf 6 Prozent der Token-Nutzung, wenn auch auf überproportionale 11,4 Prozent der Ausgaben - ein Hinweis darauf, dass es zwar gebucht, aber seltener produktiv im großen Stil eingesetzt wird. Als möglichen Bremsfaktor nennt Kharazian bei Anthropic unter anderem Preis und Vorgaben zur Datenspeicherung.

Der Markt insgesamt wächst schneller als jeder Anbieter

Bemerkenswerter als das Kopf-an-Kopf-Rennen ist vielleicht die Gesamtentwicklung: Der Anteil der von Ramp erfassten US-Firmen, die überhaupt für KI-Tools zahlen, stieg von 50 Prozent im März auf rund 56 Prozent im Juli 2026. Zusätzlich nutzen mittlerweile 6,1 Prozent der KI-zahlenden Firmen sogenannte Model-Serving-Plattformen, über die sie auch Open-Source- und chinesische Modelle einkaufen können - ein wachsendes drittes Standbein neben den beiden Platzhirschen.

Einordnung: Ein Markt ohne feste Kundenbindung

Für deutsche Leser, die beruflich mit KI-Assistenten arbeiten, ist die eigentliche Botschaft weniger die genaue Prozentzahl als die Volatilität dahinter: Firmen wechseln offenbar munter zwischen Anbietern, sobald ein neues Modell veröffentlicht wird - ganz anders als bei klassischer Business-Software, wo ein Anbieterwechsel Jahre dauert. Das ist für Investoren beider Firmen eine Warnung, wie TechCrunch betont: Wiederkehrende Umsätze im KI-Geschäft sind offenbar weniger "klebrig", als es die enormen Bewertungen von OpenAI und Anthropic vermuten lassen. Für Unternehmen selbst heißt das im Umkehrschluss: Wer sich heute für einen Anbieter entscheidet, sollte nicht von einer dauerhaften Festlegung ausgehen, sondern von einem Markt, der sich mit jedem neuen Modell-Release erneut verschiebt.

Quellen: TechCrunch, Ramp AI Index, August 2026, abgerufen am 21. August 2026.

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