GPT-6.1 Terra: OpenAI halbiert den Preis des Mittelklasse-Modells
Kurz gesagt: OpenAI hat sein mittleres Modell Terra auf GPT-6.1 angehoben. Es soll Bildschirminhalte besser verstehen und Aufgaben in Programmen selbst erledigen, kostet in der API aber 50 Prozent weniger als GPT-5.6 Terra. Es ist ab sofort in ChatGPT Work, Codex und per API verfügbar.
Symbolbild: KI-generiert
OpenAI hat am 26. Oktober 2026 GPT-6.1 Terra vorgestellt. Das Modell löst GPT-5.6 Terra ab und ist die mittlere Stufe in OpenAIs Modellfamilie, die jetzt aus vier Klassen besteht: Luna, Terra, Sol und Astra, aufsteigend nach Fähigkeit und Preis. Laut OpenAI versteht Terra, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, und handelt selbstständig über mehrere Anwendungen hinweg, etwa beim Ausfüllen von Formularen oder beim Schneiden von Videos.
Was ist neu?
Der Schwerpunkt liegt auf „Computer Use“: Das Modell soll präzise klicken, lesen und mehrstufige Arbeitsabläufe abarbeiten. Dazu kommt eine deutlich geringere Fehleranfälligkeit. Auf einem internen OpenAI-Test mit absichtlich fehlerauslösenden Eingaben sank die Fehlerquote bei niedrigem Denkaufwand von 53,6 auf 16,7 Prozent. Bei maximalem Denkaufwand liegt sie nach Angaben von 9to5Mac bei 4,3 Prozent und damit nahe an GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol.
Preis und Verfügbarkeit
Die Standard-API-Preise liegen 50 Prozent unter denen von GPT-5.6 Terra. Konkrete Dollarbeträge nennen die von uns gesichteten Berichte nicht; zur Orientierung: GPT-5.6 Terra kostete zuletzt 2 US-Dollar je Million Eingabe- und 12 US-Dollar je Million Ausgabe-Token, der neue Preis müsste demnach bei etwa der Hälfte liegen (unsere Rechnung, keine Herstellerangabe). Terra steht ab sofort Plus-, Pro-, Enterprise- und Edu-Nutzern in ChatGPT Work und in Codex zur Verfügung, Entwickler erreichen es in der API als gpt-6.1-terra.
Benchmarks: nur Herstellerzahlen
Auf „Agents’ Last Exam“ erreicht Terra bei mittlerem Denkaufwand laut OpenAI 15 Prozentpunkte mehr als GPT-5.6 Terra, bei rund einem Drittel der Kosten. Außerdem soll es GPT-6 Astra bei einem Zehntel des Preises je Token erreichen. Alle Zahlen stammen von OpenAI selbst; unabhängige Messungen, etwa von Community-Runs oder LMArena, lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor, und ein direkter Vergleich mit Modellen von Anthropic oder Google fehlt in den Berichten.
Einordnung für Nutzer in Deutschland
Für Privatanwender ändert sich vor allem die Qualität der Assistenten: Wer ChatGPT oder Codex nutzt, bekommt ein schnelleres Modell, das Routinearbeit am Rechner besser übernehmen kann. Für Unternehmen und Entwickler ist der halbierte Preis der eigentliche Hebel, weil agentische Aufgaben viele Token verbrauchen. Wer sensible Daten verarbeitet, sollte bei Bildschirmsteuerung weiter prüfen, welche Zugriffe er freigibt, und die Ergebnisse stichprobenartig kontrollieren – gerade bei Herstellerangaben aus dem eigenen Testlabor.