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Nvidia baut Nemotron 4: 1 Billion Parameter gegen China

Kurz gesagt: Laut einem Bericht von The Information entwickelt Nvidia mit Nemotron 4 ein neues offenes KI-Modell mit mindestens 1 Billion Parametern - doppelt so viel wie beim Vorgänger Nemotron 3 Ultra (rund 550 Milliarden). Damit will Nvidia zu chinesischen Open-Weight-Modellen wie Deepseek V4 Pro und Kimi K3 aufschließen, die im Artificial-Analysis-Index bereits deutlich vorne liegen. Ein Release ist frühestens im Herbst 2026 zu erwarten, final trainiert ist das Modell noch nicht.

Nvidia baut Nemotron 4: 1 Billion Parameter gegen China

Symbolbild: KI-generiert

Nvidia ist bislang vor allem als Chip-Hersteller bekannt, treibt aber seit Längerem auch eigene KI-Modelle voran - unter der Marke Nemotron. Laut einem Bericht des Fachmediums The Information, dem sich mittlerweile mehrere internationale Wirtschaftsmedien angeschlossen haben, arbeitet der Konzern an der nächsten Generation: Nemotron 4 soll mindestens eine Billion Parameter umfassen und wäre damit doppelt so groß wie der aktuelle Vorgänger Nemotron 3 Ultra mit rund 550 Milliarden Parametern.

Aufholjagd gegen chinesische Open-Source-Modelle

Der Grund für den Größensprung liegt im Wettbewerbsdruck: Nemotron 3 Ultra erreicht im Artificial Analysis Intelligence Index - einem Sammelbenchmark aus Mathematik-, Coding- und Reasoning-Tests - einen Wert von 47,7 Punkten. Das reicht zwar für Platz eins unter den offen verfügbaren US-Modellen, deutlich vor Googles Gemma 4 (39,2) oder OpenAIs gpt-oss-120b (33,3). Gegenüber den chinesischen Konkurrenten Kimi K2.6 (53,9 Punkte) und dem noch neueren Kimi K3 liegt Nvidia damit aber spürbar zurück. Auch bei der reinen Modellgröße fällt der Abstand auf: Deepseek V4 Pro soll bereits 1,6 Billionen Parameter nutzen, Kimi K3 sogar 2,8 Billionen - Nemotron 4 würde mit einer Billion also selbst nach der Verdopplung noch nicht an die Spitze aufschließen, aber die Lücke deutlich verkleinern.

Warum Nvidia überhaupt offene Modelle baut

Anders als OpenAI oder Anthropic veröffentlicht Nvidia die Gewichte seiner Nemotron-Modelle offen - für ein Unternehmen, das sein Geld primär mit Grafikchips für das KI-Training verdient, zunächst ein ungewöhnlicher Schritt. Die Logik dahinter: Je mehr Firmen und Länder auf offen verfügbare Modelle statt geschlossener US- oder chinesischer Anbieter setzen, desto breiter bleibt die Nachfrage nach Nvidia-Hardware für Training und Betrieb. Ein Nvidia-Manager für generative KI begründete das Engagement laut dem Bericht damit, dass jedes Unternehmen und jedes Land zugängliche Spitzenmodelle brauche, um Sicherheit und Innovation auf eine verlässliche Grundlage zu stellen. Passend dazu erhöhte Nvidia zuletzt seine Cloud-Ausgaben für das Training eigener Modelle auf rund 28 Milliarden US-Dollar bis 2031.

Zeitplan bleibt vage

Final trainiert ist Nemotron 4 nach Angaben aus dem Bericht noch nicht, ein offizielles Release-Datum nennt Nvidia bislang nicht. Intern werde frühestens mit einer Veröffentlichung im Herbst 2026 gerechnet. Für Entwickler und Unternehmen in Deutschland, die auf souveräne, lokal betreibbare KI-Modelle setzen wollen, wäre ein größeres offenes Nvidia-Modell relevant - aktuell dominieren bei Open-Weight-Modellen mit Spitzenleistung vor allem chinesische Anbieter, was gerade bei sicherheitssensiblen Anwendungen in Europa oft kritisch gesehen wird.

Quellen: The Decoder, ergänzt um Angaben von Artificial Analysis und internationalen Wirtschaftsmedien, die sich auf den Originalbericht von The Information beziehen.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: The Decoder (DE). Text, Bewertung und Bild sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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