GLM-5.3: Chinas KI zieht mit Kimi K3 gleich - und ist günstiger
Kurz gesagt: Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu (Z.ai) hat mit GLM-5.3 ein neues Spitzenmodell veröffentlicht, das laut der unabhängigen Analysefirma Artificial Analysis 60 Punkte im Intelligence Index erreicht - gleichauf mit Kimi K3 an der Spitze der offenen Modelle und nur knapp hinter Claude Opus 5 (63). Pro Aufgabe kostet GLM-5.3 laut Artificial Analysis rund 0,68 Dollar und ist damit etwa 19 Prozent günstiger als Kimi K3 (0,84 Dollar), aber teurer als der eigene Vorgänger GLM-5.2 (0,44 Dollar). Die offenen Modellgewichte will Zhipu erst rund zwei Wochen nach dem API-Start freigeben - offiziell, weil das Modell Sicherheitslücken so gut findet, dass zunächst zusätzliche Kontrollen nötig seien.
Symbolbild: KI-generiert
Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu, das seine Modelle international unter der Marke Z.ai vertreibt, hat am 14. August 2026 sein neues Flaggschiffmodell GLM-5.3 vorgestellt. Wie zuerst The Decoder berichtete, erreicht das Modell laut der unabhängigen Analysefirma Artificial Analysis 60 Punkte im Intelligence Index (Version 4.1.1) - ein Sprung von 7 Punkten gegenüber dem Vorgänger GLM-5.2 und damit gleichauf mit Kimi K3 an der Spitze der offen gewichteten Modelle. Nur Claude Opus 5 (63 Punkte) liegt laut Artificial Analysis derzeit noch davor.
Kein neues Basismodell, sondern reines Nachtraining
Bemerkenswert an GLM-5.3 ist, wie der Sprung zustande kommt: Nach Angaben chinesischer Fachmedien wie IT Home nutzt Zhipu für GLM-5.3 dasselbe Basismodell wie für GLM-5.2 - alle Fähigkeitszuwächse stammen ausschließlich aus einer intensivierten Nachtrainingsphase (Post-Training). Die Programmierfähigkeiten sollen dadurch um rund 50 Prozent gestiegen sein, ebenso die Fähigkeiten bei langwierigen Agenten-Aufgaben. Besonders auffällig: In der GDPval-AA-v2-Bewertung für reale Agenten-Arbeit springt die Elo-Wertung um 246 Punkte auf 1770 - Platz zwei hinter Claude Opus 5 (1855), noch vor allen anderen chinesischen und westlichen Modellen.
Günstiger als Kimi K3, teurer als der eigene Vorgänger
Bei den Kosten pro Aufgabe (Artificial-Analysis-Methodik über eine Reihe von Testaufgaben) liegt GLM-5.3 bei rund 0,68 Dollar - teurer als GLM-5.2 (0,44 Dollar), aber rund 19 Prozent günstiger als Kimi K3 (0,84 Dollar). Auf API-Ebene bestätigt Zhipu selbst, dass die Preise gegenüber GLM-5.2 unverändert bleiben: 1,40 Dollar je Million Eingabe-Tokens und 4,40 Dollar je Million Ausgabe-Tokens - deutlich unter Moonshot AIs Kimi K3 mit 3,00 respektive 15,00 Dollar.
Verzögerte Freigabe wegen Cybersicherheits-Fähigkeiten
Ungewöhnlich ist die Zurückhaltung bei den offenen Modellgewichten: Zhipu veröffentlicht GLM-5.3 zunächst nur über die eigene API, die freien Gewichte für den Eigenbetrieb sollen laut chinesischen Berichten wie Sina Finance erst rund zwei Wochen später, also Ende August 2026, folgen. Als Grund nennt Zhipu die stark verbesserten Fähigkeiten des Modells beim Aufspüren von Sicherheitslücken: Im CyberGym-Benchmark für Schwachstellenerkennung erreicht GLM-5.3 laut den chinesischen Quellen 84,5 Prozent - nach eigenen Angaben soll das Modell dabei sogar einen jahrzehntealten, bislang unbekannten Fehler in einer verbreiteten DNS-Softwarekomponente aufgespürt haben. Bevor die Gewichte breit verfügbar sind, will Zhipu deshalb zusätzliche Sicherheitskontrollen einziehen und den Zugang zunächst auf ausgewählte Partner beschränken.
Einordnung: Was das für deutsche Nutzer bedeutet
Für Entwickler und Unternehmen in Deutschland, die GLM-Modelle etwa über den GLM Coding Plan oder eigene API-Anbindungen nutzen, ist GLM-5.3 ab sofort über die Zhipu-API nutzbar - zu unveränderten Preisen gegenüber GLM-5.2. Wer auf offene Gewichte für den Betrieb auf eigener Hardware angewiesen ist (etwa aus Datenschutzgründen), muss sich noch rund zwei Wochen gedulden. Die verzögerte Freigabe zeigt zudem, wie sich das Kräfteverhältnis im KI-Wettlauf verschiebt: Chinesische Labore wie Zhipu und Moonshot AI (Kimi) liefern sich inzwischen ein enges Rennen um die Spitze der offenen Modelle, während die Fähigkeit von KI-Modellen, selbst Sicherheitslücken zu finden, zunehmend auch als Risiko behandelt wird - nicht nur als Feature.
Quelle: The Decoder