Deepseeks V4-Pro wird besser - und deutlich teurer
Kurz gesagt: Deepseek hat sein Flaggschiff-Modell V4-Pro (Build 0813) mit klaren Fortschritten in Agenten-Benchmarks aus der Testphase entlassen und gleichzeitig sein Agenten-Framework Harness unter MIT-Lizenz freigegeben. Ab dem 16. August steigen die API-Preise deutlich: Cache-Treffer werden bis zu sechsmal teurer, normale Ein- und Ausgabe kosten rund 50 bis 130 Prozent mehr als bisher.
Das chinesische KI-Unternehmen Deepseek hat sein Flaggschiff-Modell in der Version V4-Pro (Build 0813) überarbeitet und veröffentlicht - mit spürbaren Fortschritten bei Agenten-Aufgaben. Gleichzeitig hat das Unternehmen erstmals eigene Agenten-Software unter dem Namen Harness quelloffen unter MIT-Lizenz freigegeben (SmartHome Kompass hat berichtet). Der Haken: Ab dem 16. August steigen die API-Preise für V4-Pro spürbar.
Deutliche Sprünge bei Agenten-Aufgaben
Laut Auswertungen von The Decoder legt das Modell im Terminal-Bench-2.1-Test von 72,1 auf 87,9 Punkte zu, beim Programmier-Benchmark DeepSWE springt der Wert von 12,8 auf 62,7 Punkte. Im Intelligence Index von Artificial Analysis, der mehrere Fähigkeiten bündelt, steigt V4-Pro von 45 auf 53 Punkte. Damit zieht das Modell in mehreren Agenten-Tests an Anthropics Claude Opus 4.8 vorbei, bleibt aber hinter dem aktuellen Claude Opus 5 (63 Punkte im selben Index) zurück - ein Bild, das sich mit den bereits gemeldeten SWE-bench-Werten von V4-Pro deckt.
Die neuen Preise im Detail
Zum Stichtag 16. August ändert Deepseek seine zweigeteilte Preisstruktur aus Neben- und Hauptzeit spürbar nach oben. In der günstigeren Nebenzeit steigt der Preis pro Million Token für Eingaben von 0,435 auf 0,66 US-Dollar, für Ausgaben von 0,87 auf 1,98 Dollar. Am stärksten trifft es Cache-Treffer - also wiederholt eingelesene, bereits bekannte Inhalte wie Code-Dateien in Agenten-Workflows: Sie kosten künftig 0,022 statt bisher 0,003625 Dollar je Million Token, gut das Sechsfache. In der Hauptlastzeit zwischen 1 und 4 sowie 6 und 10 Uhr UTC verdoppeln sich die Nebenzeit-Preise nochmals auf 1,32 Dollar (Eingabe), 3,96 Dollar (Ausgabe) und 0,044 Dollar (Cache-Treffer).
Einordnung
Für Entwickler, die Deepseek gerade wegen seines Preisvorteils gegenüber westlichen Anbietern nutzen, verschiebt sich die Rechnung: Besonders Agenten-Workflows, die wiederholt dieselben Dateien einlesen, profitierten bislang stark von den extrem günstigen Cache-Preisen - genau dieser Vorteil schrumpft nun am deutlichsten. Der Modell-Fortschritt und die kostenlose Agenten-Software Harness bleiben davon unberührt und machen Deepseek trotz der Preiserhöhung für viele Anwendungsfälle weiterhin konkurrenzfähig zu westlichen Anbietern wie Anthropic oder OpenAI.
Quelle: The Decoder, ergänzt um Preisangaben von OpenRouter.