DeepSeek V4 Pro 0813: Neues Flaggschiff mit großen Agenten-Sprüngen
Kurz gesagt: DeepSeek hat am 12. August 2026 mit V4 Pro 0813 die finale Version seines bisher nur als Preview verfügbaren Flaggschiffmodells veröffentlicht, zunächst per API über OpenRouter. Gegenüber der Preview-Version meldet DeepSeek deutliche Fortschritte bei Agenten-Aufgaben, etwa +49,9 Punkte bei DeepSWE und +30,6 Punkte bei CyberGym. Bei SWE-bench Verified erreicht das Modell 80,6 Punkte und liegt damit auf Höhe von Google Gemini 3.1 Pro, knapp hinter Anthropics Claude Opus 4.6. Anders als von der Quelle vermutet, stehen die offenen Gewichte bereits als Download auf Hugging Face bereit.
Der KI-Anbieter DeepSeek hat sein Flaggschiffmodell V4 Pro mit der Version 0813 offiziell aus der Preview-Phase entlassen. Verfügbar ist es zunächst ausschließlich über die API, unter anderem via OpenRouter - eine eigene Ankündigungsseite hat DeepSeek dafür bislang nicht veröffentlicht, wie der US-Entwickler Simon Willison in seinem vielbeachteten KI-Blog anmerkt.
Was die Zahlen zeigen
Laut Angaben von OpenRouter, die sich auf Daten von DeepSeek selbst stützen, legt das Modell gegenüber der Preview-Version vor allem bei komplexen Agenten-Aufgaben deutlich zu: beim Programmier-Benchmark DeepSWE von 12,8 auf 62,7 Punkte, bei CyberGym von 52,7 auf 83,3 Punkte, bei NL2Repo auf 61,5 Punkte und bei Terminal-Bench 2.1 auf 87,9 Punkte. Bei SWE-bench Verified, einem der meistzitierten unabhängigen Programmier-Benchmarks, erreicht V4 Pro 0813 nach eigenen Angaben 80,6 Punkte - damit liegt es gleichauf mit Googles Gemini 3.1 Pro und nur 0,2 Punkte hinter Anthropics aktuellem Spitzenmodell Claude Opus 4.6 mit 80,8 Punkten. Wichtig zur Einordnung: Diese Vergleichswerte stammen aus DeepSeeks eigener Kommunikation, eine unabhängige Bestätigung etwa über LMArena lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.
Preis, Kontext und offene Gewichte
Über die API kostet V4 Pro 0813 laut OpenRouter 0,435 US-Dollar je Million Eingabe- und 0,87 US-Dollar je Million Ausgabe-Token - damit bleibt DeepSeek deutlich günstiger als westliche Konkurrenzmodelle. Der Kontext fasst über eine Million Token, die maximale Ausgabelänge liegt bei 384.000 Token. Willison konnte in seinem Artikel nicht bestätigen, ob DeepSeek auch die offenen Modellgewichte veröffentlicht - eine eigene Recherche zeigt: Sie liegen bereits vor. Auf Hugging Face finden sich unter dem Konto von DeepSeek mehrere Repositories, darunter deepseek-ai/DeepSeek-V4-Pro und eine Base-Variante; laut Modellbeschreibung handelt es sich um ein Mixture-of-Experts-Modell mit 1,6 Billionen Gesamt- und rund 49 Milliarden aktiven Parametern, das dank eines neuen Kompressions-Verfahrens bei einer Million Token Kontext nur 27 Prozent der Rechenlast und 10 Prozent des Speicherbedarfs des Vorgängers V3.2 benötigen soll.
Einordnung für deutsche Nutzer
Für Entwickler und Firmen in Deutschland, die KI-Modelle für Programmier- oder Agenten-Aufgaben einsetzen, ist vor allem der Preisunterschied relevant: V4 Pro 0813 kostet über die API nur einen Bruchteil dessen, was US-Anbieter für vergleichbare Leistung verlangen, während gleichzeitig - anders als bei vielen chinesischen Modellen zuletzt - offene Gewichte für den lokalen Betrieb zur Verfügung stehen. Wer die Zahlen zur Leistungsfähigkeit für bare Münze nimmt, sollte dennoch bedenken, dass sie bislang überwiegend von DeepSeek selbst stammen; unabhängige Tests dürften angesichts der bereits verfügbaren offenen Gewichte in den kommenden Tagen folgen.
Quellen: Simon Willison, ergänzt um Benchmark- und Preisdaten von OpenRouter sowie die Modellbeschreibung bei Hugging Face.