ChatGPT zeigt bald Werbung in Deutschland - das hilft dagegen
Kurz gesagt: OpenAI führt Ende August 2026 Werbung in ChatGPT auch in Deutschland ein, zusätzlich in Frankreich, Irland und Singapur. Betroffen sind die Tarife Free und Go, nicht aber Plus, Pro, Business, Enterprise und Education. Anzeigen erscheinen unter Antworten, sind als Werbung gekennzeichnet und richten sich in der EU zunächst nur nach Chat-Thema, grobem Standort und Gerät - eine Personalisierung anhand alter Chats braucht eine ausdrückliche Einwilligung. Wer keine Werbung sehen will, bleibt beim kostenpflichtigen Plus-Abo oder nutzt Alternativen wie Google Gemini oder Claude, die bislang werbefrei sind.
Symbolbild: KI-generiert
Die werbefreie Zeit bei ChatGPT geht auch für deutsche Nutzer:innen zu Ende. Wie unter anderem t3n berichtet, weitet OpenAI seine Werbeversuche Ende August 2026 auf Deutschland, Frankreich, Irland und Singapur aus - getestet wird das Anzeigenformat bereits seit Februar 2026 in den USA sowie inzwischen in Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Japan, Südkorea, Mexiko und Brasilien. Am 16. August 2026 bestätigte OpenAI laut eigener Mitteilung zusätzlich eine Ausweitung der Tests auf Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea.
Nur Free und Go betroffen, Plus bleibt werbefrei
Konkret betrifft die Werbung laut OpenAIs Ankündigung an deutsche Nutzer:innen die Tarife ChatGPT Free und den günstigeren Bezahltarif ChatGPT Go. Wer bereits Plus, Pro, Business, Enterprise oder Education abonniert hat, bekommt weiterhin keine Anzeigen zu sehen - der einfachste "Ausweg" bleibt damit ein bestehendes oder neues Plus-Abo. OpenAI kündigt zusätzlich einen kostenlosen, aber stärker eingeschränkten werbefreien Modus mit niedrigeren Nutzungslimits und beschnittenen Funktionen wie Bildgenerierung oder Deep Research an - Details dazu blieben bislang vage.
Anzeigen unter der Antwort, klar gekennzeichnet
Die Werbung erscheint direkt unterhalb der ChatGPT-Antwort, mit dem Hinweis "Gesponsert" versehen und optisch in den Chat-Verlauf eingebettet. OpenAI betont, dass Anzeigen keinen Einfluss auf die Antworten selbst hätten und eine bezahlte Platzierung ausdrücklich keine Empfehlung oder Unterstützung des beworbenen Produkts durch ChatGPT bedeute. Finanziell verfolgt das Unternehmen große Pläne: Bis 2030 soll die Werbesparte jährlich rund 100 Milliarden US-Dollar einbringen - eine Zahl, die Marktbeobachter für kaum realistisch halten.
Strengere Regeln für die EU
Für Nutzer:innen in Deutschland und dem übrigen EWR gelten laut OpenAI schärfere Vorgaben als etwa in den USA: Eine Personalisierung der Werbung ist standardmäßig deaktiviert, frühere Unterhaltungen und gespeicherte Erinnerungen fließen zunächst nicht in die Anzeigenauswahl ein. Erst wenn Nutzer:innen ausdrücklich zustimmen, dürfen auch vergangene Chat-Inhalte für zielgerichtete Werbung ausgewertet werden - ein direkter Effekt von DSGVO und Digital Services Act. Ohne diese Einwilligung richten sich Anzeigen nur nach dem aktuellen Gesprächsthema, einem groben Standort und dem verwendeten Gerätetyp. Zudem sollen Nutzer:innen Anzeigen ausblenden, melden, sich die Auswahlgründe anzeigen lassen und gespeicherte Werbedaten löschen können.
Einordnung für deutsche Nutzer
Wer ChatGPT beruflich oder für sensible Themen nutzt, sollte die Ankündigung zum Anlass nehmen, die eigenen Datenschutzeinstellungen zu prüfen und die Personalisierung bewusst ausgeschaltet zu lassen, statt sie versehentlich zu bestätigen. Für alle, die schlicht keine Werbung im Chat wollen, bleibt neben dem Plus-Abo auch der Umstieg auf noch werbefreie Alternativen wie Google Gemini oder Anthropics Claude eine Option - wie lange diese Anbieter ohne Anzeigen auskommen, ist allerdings offen.