Aufholjagd 🐉 Kimi K3.1 Pro rückt Claude Opus 5.5 auf die Pelle
Kurz gesagt: Moonshots Kimi K3.1 Pro erreicht 55 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index, elf mehr als der Vorgänger, und liegt auf Platz 4 hinter Claude Opus 5.5 (58). Die Gewichte sollen bis zum 4. November erscheinen; bisher ist das nur angekündigt.
Bild: Moonshot AI (via the-decoder.de)
Wer KI im Alltag nutzt, zahlt meist für ein Modell eines US-Anbieters und hat keinen Einblick, was darin steckt. Offene Modelle versprachen lange Unabhängigkeit, hinkten aber deutlich hinterher. Das ändert sich gerade: Moonshot AI hat am 23. Oktober 2026 Kimi K3.1 Pro vorgestellt, und das Modell schließt im unabhängigen Ranking von Artificial Analysis erstaunlich dicht zur Spitze auf.
Die Zahlen
Laut The Decoder kommt Kimi K3.1 Pro auf 55 Punkte im Intelligence Index, der Vorgänger Kimi K3 auf 44: ein Plus von elf Punkten. Das bringt Platz 4. Davor liegen nur Claude Opus 5.5 (58), Claude Sonnet 5.5 (56) und Metas Muse Wonder Full (56). Dahinter folgen laut Trending Topics GPT-6 Astra und Gemini 4 Argon mit jeweils 53 Punkten.
Benchmarks im Vergleich
Unabhängig gemessen: Auf GDPval-AA, einem Test für wirtschaftlich relevante Aufgaben, erreicht Kimi 1.846 Elo und liegt damit knapp hinter Claude Opus 5.5 (1.866). Bei Terminal-Bench 4.0 misst Artificial Analysis 67 Prozent, vor Claude Sonnet 5.5 mit 64 Prozent. Moonshot selbst nennt 65,7 Prozent; Opus 5.5 kommt laut Hersteller auf 66,4 Prozent. Bei GPQA-Diamond meldet Moonshot 94,2 Prozent, Opus 5.5 liegt bei 93,9 Prozent. Deutlich zurück liegt Kimi beim Ausnutzen von Software-Schwachstellen (ExploitBench 74,7 gegenüber 91,0 Prozent), was auch daran liegt, dass Moonshot Cyberangriffs-Trainingsdaten entfernt hat. Wichtig: Viele dieser Werte stammen von Moonshot und sind nicht unabhängig geprüft.
Was daran noch unsicher ist
Die große Nachricht hängt an einem Versprechen: Moonshot will die Gewichte bis zum 4. November 2026 veröffentlichen. Bisher ist das nur angekündigt, eine Lizenz gibt es noch nicht. Käme es so, wäre Kimi das stärkste offene Modell, und der Abstand zwischen offenen und proprietären Modellen schrumpfte nach Artificial Analysis von 12 auf 3 Punkte. Dazu kommt der Preis: Die API kostet 2 Dollar pro Million Eingabe- und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Token, rund ein Drittel weniger als beim Vorgänger. Hinzu kommt politischer Gegenwind, denn die US-Regierung warf Moonshot im Juli ohne Belege vor, verbotene Nvidia-Chips genutzt zu haben.
Unsere Einordnung
Für Privatleute ändert sich heute noch nichts: Ein Modell mit 2,8 Billionen Parametern läuft nicht auf dem eigenen Rechner. Spannend wird es für alle, die KI-Dienste betreiben oder nutzen: Mehr starke Konkurrenz drückt Preise und macht Anbieter-Wechsel leichter. Ob Kimi im Alltag mit Claude mithalten kann, zeigt erst die Praxis, ein Rangplatz im Index ist keine Garantie dafür.