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Tesla ruft 20.349 Model 3/Y wegen zu heller Scheinwerfer zurück

Kurz gesagt: Tesla ruft in den USA 20.349 Fahrzeuge zurück, weil deren Abblendlicht die gesetzlich erlaubte Maximalhelligkeit von 125 Candela teils auf über 230 Candela überschreitet - fast das Doppelte. Betroffen sind 18.735 Model Y (Baujahre 2020-2023) und 1.614 Model 3 (2017-2023) mit Scheinwerfern des Zulieferers Marelli Automotive Lighting. Tesla wollte den Rückruf per Petition abwenden und argumentierte, es habe keine Unfälle gegeben - die NHTSA lehnte das im Juli 2026 ab. Anders als bei vielen früheren Tesla-Rückrufen reicht diesmal kein Software-Update: Die Scheinwerfer müssen physisch getauscht werden, ein fertiger Reparaturplan steht noch aus. Besitzer sollen bis 15. September 2026 informiert werden.

Tesla ruft 20.349 Model 3/Y wegen zu heller Scheinwerfer zurück

Symbolbild: KI-generiert

Tesla muss in den USA 20.349 Fahrzeuge zurückrufen, weil deren Scheinwerfer schlicht zu hell sind. Betroffen sind laut dem offiziellen Rückrufbericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA 18.735 Exemplare des Model Y (Baujahre 2020 bis 2023) sowie 1.614 Model 3 (2017 bis 2023). Der Grund: Das Abblendlicht überschreitet im Bereich von 10 bis 90 Grad oberhalb der Fahrbahn die in den USA per Bundesnorm FMVSS 108 vorgeschriebene Maximalhelligkeit von 125 Candela - bei Messungen wurden bis zu 230,1 Candela erreicht, fast doppelt so viel wie zulässig. Andere Verkehrsteilnehmer werden dadurch buchstäblich geblendet.

Tesla wollte den Rückruf abwenden - vergeblich

Ungewöhnlich ist der Vorlauf: Tesla hatte das Problem bereits im März 2024 selbst der NHTSA gemeldet, einen Monat später aber eine Petition eingereicht, um einen vollständigen Rückruf zu vermeiden. Die Begründung: Es habe keine Unfälle oder Verletzungen gegeben, lediglich drei Garantiefälle und einen Feldbericht. Die NHTSA lehnte diese Argumentation im Juli 2026 ab und stellte klar, dass eine Überschreitung der gesetzlichen Blendwerte unabhängig von der Unfallstatistik ein Sicherheitsmangel im Sinne der Vorschrift ist. Betroffene Bauteile stammen vom Zulieferer Marelli Automotive Lighting, der die Leuchten unter anderem in Mexiko fertigt.

Diesmal hilft kein Over-the-Air-Update

Tesla ist dafür bekannt, viele Rückrufe per Software-Update aus der Ferne zu beheben - beim Cybertruck etwa bei einem klemmenden Gaspedal oder unsachgemäß verklebten Verkleidungsteilen. Bei den Scheinwerfern funktioniert das nicht: Die Helligkeit ist eine physikalische Eigenschaft der verbauten Leuchteinheit, keine Software-Einstellung. Tesla muss die betroffenen 20.349 Scheinwerfer-Baugruppen daher komplett austauschen und dafür sowohl die Teile- als auch die Einbaukosten tragen. Ein konkreter Reparaturplan liegt nach Angaben der Behörde noch nicht vor, was den Rückruf für Betroffene vorerst unbequem macht: Wer benachrichtigt wird, muss zunächst abwarten, wann ein Ersatzteil verfügbar ist. Tesla soll Fahrzeughalter bis spätestens 15. September 2026 über die weiteren Schritte informieren.

Was das für Deutschland bedeutet

Der Rückruf betrifft ausdrücklich nur in den USA zugelassene Fahrzeuge, da die überschrittenen Grenzwerte aus der US-Norm FMVSS 108 stammen - in Europa gilt mit der UN-ECE-Regelung R112 ein eigenes, in Teilen anderes Prüfverfahren für Scheinwerfer. Ein direkter Rückschluss auf hierzulande zugelassene Model 3 und Model Y lässt sich daraus nicht ziehen, zumal Tesla für den europäischen Markt ohnehin andere, typgenehmigte Leuchteinheiten verwendet. Der Fall zeigt aber ein grundsätzliches Problem auf, über das auch deutsche Verkehrsexperten seit Jahren klagen: LED- und Matrix-Scheinwerfer moderner Fahrzeuge werden im Schnitt heller, während die Blendung von Gegenverkehr und Fußgängern zunehmend zum Streitthema wird - unabhängig vom Hersteller.

Quelle: Electrek und Teslarati, ergänzt um den offiziellen NHTSA-Rückrufbericht.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: Electrek. Text, Bewertung und Bild sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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