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Musk verspricht "Open Source" für Model S und X – der Roadster-Präzedenzfall macht skeptisch

Kurz gesagt: Kurz gesagt: Elon Musk hat angekündigt, Tesla werde Model S und Model X nach demselben Vorbild "open source" veröffentlichen wie zuvor den originalen Roadster. Der Haken: Die Roadster-Veröffentlichung von 2023 umfasste laut Electrek nur wenige CAN-Datenbankdateien, eine Diagnose-Software und ein paar PDF-Anleitungen – ohne CAD-Daten, Schaltpläne oder Firmware-Quellcode, und vor allem ohne jede echte Open-Source-Lizenz. Tesla behielt sich alle Rechte vor. Ob bei Model S und X mehr herauskommt, ist offen.

Tesla-Chef Elon Musk hat auf der Plattform X angekündigt: „Just as Tesla made the original Roadster design & software open source, we plan to do the same with Model S & X.“ Zu Deutsch: Genau wie der ursprüngliche Roadster sollen künftig auch Design und Software von Model S und Model X als Open Source veröffentlicht werden.

Das Problem an diesem Versprechen liegt im gewählten Vorbild selbst. Wie das Fachportal Electrek aufgearbeitet hat, kündigte Musk die Roadster-Öffnung bereits im November 2023 an – herausgekommen sind seitdem gerade einmal fünf CAN-Datenbankdateien mit rund 339 Kilobyte, eine gut 300 Megabyte große Diagnose-Software-ISO, zwei kurze PDF-Anleitungen sowie fünf weitere Dokumente, die zusätzlich hinter einem Login liegen. Was fehlt: CAD-Konstruktionsdaten, Schaltpläne, der eigentliche Firmware-Quellcode oder Motorendesigns. Statt echter Designdateien gab es lediglich sogenannte Gerber-Daten für die Fertigung.

Keine Lizenz, keine Rechte

Noch schwerer wiegt laut Electrek ein anderer Punkt: Auf dem veröffentlichten Material liegt keine anerkannte Open-Source-Lizenz, sondern lediglich ein Haftungsausschluss ohne echte Nutzungsrechte. Tesla behält sich damit weiterhin alle Rechte an den Inhalten vor. Nach der offiziellen Open Source Definition – die freie Nutzung, Veränderung und Weitergabe verlangt – erfüllt diese Art der Veröffentlichung die Kriterien schlicht nicht.

Unsere Einordnung

Ankündigungen dieser Art klingen für Bastler, Werkstätten und die Right-to-Repair-Bewegung zunächst vielversprechend: echte offene Baupläne würden Reparaturen, Umbauten und unabhängige Diagnosen erheblich erleichtern. Der Roadster-Präzedenzfall zeigt aber, dass zwischen Ankündigung und tatsächlichem Umfang bei Tesla bislang eine erhebliche Lücke klafft. Bis Model S und X wirklich mit vollständigen, frei lizenzierten Unterlagen erscheinen, ist gesunde Skepsis angebracht – wer jetzt schon auf offene Reparaturhandbücher oder Nachbau-Teile hofft, sollte sich an der bisherigen Praxis orientieren, nicht an der Ankündigung.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: Electrek. Text, Bewertung und Bild sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.

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