Tesla veröffentlicht FSD-Daten vor EU-Abstimmung am 6.10.
Kurz gesagt: Tesla hat ein Sicherheits-Dashboard mit Unfalldaten zu FSD Supervised veröffentlicht, um vor der EU-weiten Zulassungsabstimmung am 6. Oktober 2026 Druck auf zögerliche Staaten aufzubauen. Fünf Länder haben bereits genehmigt, Deutschland und Frankreich lehnen eine vorzeitige Zulassung bislang ab – Frankreich bemängelt konkret zu hohe Geschwindigkeit im Verkehrsfluss und unzureichende Fahrer-Aufmerksamkeitskontrolle.
Symbolbild: KI-generiert
Tesla erhöht den Druck auf die EU-Mitgliedsstaaten: Kurz vor der geplanten Abstimmung über eine europaweite Zulassung des Fahrassistenzsystems FSD (Supervised) hat der Autobauer ein umfangreiches Sicherheits-Dashboard veröffentlicht. Darin listet Tesla Unfalldaten aus den fünf EU-Ländern auf, in denen das System bereits zugelassen ist: Niederlande, Dänemark, Belgien, Estland und Litauen. Rund 70.000 Fahrer nutzen dort FSD Supervised inzwischen täglich, zusammengenommen legen sie über eine Million Kilometer pro Tag zurück. Laut Tesla ereignete sich dabei bislang keine einzige selbstverschuldete Kollision auf rund 1,6 Millionen gefahrenen Kilometern (Stand April 2026); über die gesamte bisherige Nutzung von rund 100 Millionen Kilometern in Europa sei die Unfallquote 4,1-mal niedriger als beim manuellen Fahren.
Deutschland und Frankreich bremsen
Trotz der Zahlen bleiben ausgerechnet die beiden größten EU-Automärkte zurückhaltend. Frankreich lehnt eine vorzeitige Genehmigung ab und begründet das laut Recherchen unter anderem damit, dass das System im Verkehrsfluss zu schnell fahre und die Überwachung der Fahrer-Aufmerksamkeit nicht ausreiche. Deutschland hat ebenfalls signalisiert, vorerst keine eigene Zulassung zu erteilen, und prüft die von den Niederlanden anerkannten Genehmigungsunterlagen stattdessen separat nach. Am 6. Oktober 2026 soll nun auf EU-Ebene abgestimmt werden, ob FSD Supervised in allen 27 Mitgliedsstaaten zugelassen wird. Für eine solche Entscheidung ist eine qualifizierte Mehrheit nötig: mindestens 15 der 27 Staaten, die zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, müssten zustimmen.
Was das für deutsche Fahrer bedeutet
Solange die Abstimmung nicht positiv ausgeht, bleibt FSD Supervised für Halter in Deutschland weiterhin gesperrt – unabhängig davon, ob das eigene Tesla-Modell die nötige Hardware besitzt. Wer das System nutzen will, ist derzeit auf einen der fünf freigegebenen Länder angewiesen. Die von Tesla veröffentlichten Zahlen sind dabei mit Vorsicht zu lesen: Es handelt sich um herstellereigene Daten ohne unabhängige Prüfung, und die zugrunde liegenden Unfalldefinitionen unterscheiden sich teils von denen unabhängiger Verkehrsstatistiken – ein Kritikpunkt, der bereits bei früheren US-Sicherheitsberichten von Tesla laut wurde. Ob die Veröffentlichung die Position Deutschlands und Frankreichs vor dem 6. Oktober noch beeinflusst, bleibt offen.
Quelle: teslamag.de, ergänzt um Recherchen bei electrive.net und ad-hoc-news.de, abgerufen am 2. September 2026.
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