Tesla FSD 5.2x sicherer als Mensch
Kurz gesagt: Laut Tesla war FSD (Supervised) in den vergangenen vier Monaten über 65 Millionen Kilometer in den Niederlanden, Litauen, Estland, Dänemark und Belgien im Schnitt 5,2-mal sicherer als manuelles Fahren. Auf Autobahnen soll der Vorteil bei 8,5-fach liegen, auf Landstraßen und in Städten bei 2,8-fach. Die Zahlen stammen ausschließlich von Tesla selbst, eine unabhängige Prüfung der Methodik liegt bisher nicht vor.
Symbolbild: KI-generiert
Assistenzsysteme, die Lenken, Bremsen und Spurwechsel übernehmen, während der Mensch nur noch überwacht, werben seit Jahren mit dem Versprechen, Unfälle zu vermeiden statt sie nur abzumildern. Belastbare, unabhängig geprüfte Zahlen dazu waren für den europäischen Markt bislang jedoch rar - meist blieb es bei Herstellerangaben aus den USA, die sich kaum auf europäische Straßen, Tempolimits und Verkehrsdichte übertragen lassen. Genau diese Lücke will Tesla nun für Europa schließen.
Wie das Portal Not a Tesla App berichtet, hat Tesla neue Sicherheitsdaten zu seinem Fahrassistenzsystem FSD (Supervised) - also der überwachten Variante des „Full Self-Driving“-Systems - aus fünf EU-Ländern veröffentlicht: den Niederlanden, Litauen, Estland, Dänemark und Belgien. Über einen Zeitraum von vier Monaten und insgesamt rund 65 Millionen gefahrenen Kilometern sei FSD demnach im Schnitt 5,2-mal seltener in Unfälle verwickelt gewesen als Fahrzeuge ohne das System. Aufgeschlüsselt nach Straßentyp fällt der Unterschied noch deutlicher aus: Auf Autobahnen, wo Tesla 41,9 Millionen Kilometer auswertete, seien nach Unternehmensangaben keine nennenswerten Kollisionen aufgetreten - ein Sicherheitsvorteil von 8,5-fach gegenüber manuellem Fahren mit aktiven Sicherheitsassistenten. Auf Landstraßen und in Städten, mit 23,8 Millionen ausgewerteten Kilometern, registrierte Tesla sechs Kollisionen, was einem Faktor von 2,8-fach entspricht.
Beeindruckende Zahlen mit einem großen Aber
So eindrucksvoll die Größenordnung klingt, so wichtig ist der Blick auf die Herkunft der Zahlen: Sie stammen ausschließlich von Tesla selbst. Weder die genaue Definition eines „Unfalls“ noch die Methode, mit der die Vergleichsgruppe menschlicher Fahrer gebildet wurde, sind bislang öffentlich nachvollziehbar dokumentiert - eine unabhängige Prüfung durch Behörden, Versicherer oder Forschungseinrichtungen liegt derzeit nicht vor. Wer solche Herstellerangaben liest, sollte sie daher als das behandeln, was sie sind: ein starkes Signal, aber kein durch Dritte verifizierter Beleg.
Was das für Fahrerinnen und Fahrer bedeutet
Für alle, die selbst mit FSD (Supervised) unterwegs sind oder es in Erwägung ziehen, ändert sich durch diese Zahlen im Alltag zunächst nichts: Das System bleibt ein Assistent, der ständige Aufmerksamkeit und Übernahmebereitschaft der fahrenden Person voraussetzt - der Name „Supervised“ ist Programm, nicht nur Marketing. Wer in einem der genannten fünf Länder unterwegs ist und das System bereits nutzt, kann die Zahlen als Bestätigung werten, dass sich der wache Blick auf den Verkehr lohnt, ohne sich deshalb in falscher Sicherheit zu wiegen. Für alle anderen gilt: Sobald unabhängige Stellen wie Unfallforscher oder Versicherungsverbände eigene Auswertungen vorlegen, dürfte sich zeigen, wie belastbar die von Tesla berichtete 5,2-fache Sicherheit tatsächlich ist.