Tesla FSD 14.3.9: Auto greift jetzt selbst ins Lenkrad
Kurz gesagt: Tesla schaltet mit FSD 14.3.9 eine neue Notfallfunktion namens Automatic Collision Evasion frei: Erkennt das System einen unmittelbar bevorstehenden Frontalunfall, den reines Bremsen nicht mehr verhindert, übernimmt es selbstständig Lenkung, Bremse und Gas - unabhängig davon, ob FSD gerade aktiv war. Kritiker verweisen auf bekannte Fehlalarme bei Tesla-Assistenzsystemen.
Symbolbild: KI-generiert
Mit dem Software-Update 2026.27.5 und FSD (Supervised) Version 14.3.9 rüstet Tesla eine neue Sicherheitsfunktion nach: Automatic Collision Evasion. Sie greift automatisch ein, wenn ein Frontalunfall unmittelbar bevorsteht und Bremsen allein ihn vermutlich nicht mehr verhindern kann - dann übernimmt das System kurzzeitig Lenkung, Bremse und Gas, um auszuweichen und danach die Fahrt fortzusetzen.
Besonders bemerkenswert: Die Funktion setzt keine aktivierte FSD-Fahrt voraus. Laut den offiziellen Release Notes greift sie auch dann ein, wenn der Fahrer erkennbar unaufmerksam ist - etwa beim Griff auf die Rückbank - oder wenn FSD unbeabsichtigt deaktiviert wurde. Voraussetzung ist eine gültige FSD-Lizenz oder ein FSD-Abo, da die Funktion technisch daran gekoppelt ist. Laut dem kanadischen Fachmedium Drive Tesla gilt sie unter anderem auf geteilten Fahrbahnen und bis Tempo 85 mph (rund 137 km/h).
Wer während des automatischen Ausweichmanövers Gas gibt, wird ignoriert; Bremsen verstärkt lediglich die Verzögerung, beendet den Eingriff aber nicht. Abbrechen lässt sich die Übernahme laut Tesla nur, indem der Fahrer mit deutlicher Gegenkraft selbst lenkt.
Daneben bringt 14.3.9 laut Hersteller ein überarbeitetes neuronales Netzwerk für die Bilderkennung, einen neu geschriebenen KI-Compiler für rund 20 Prozent schnellere Reaktionszeiten, verbesserte Erkennung von Parklücken, Verkehrsschildern und Einsatzfahrzeugen sowie eine genauere Blickerfassung bei der Fahrerüberwachung. Auch die automatische Ausparkfunktion “Actually Smart Summon“ darf jetzt bis 13 km/h statt bisher deutlich langsamer fahren. Das Update setzt Tesla-Fahrzeuge mit HW4-Hardware voraus (Model S, 3, X, Y sowie Cybertruck) und wird laut Not a Tesla App zunächst an Mitarbeiterfahrzeuge ausgespielt.
Kritische Stimmen gibt es bereits: Das US-Fachportal Electrek erinnert daran, dass Teslas Assistenzsysteme in der Vergangenheit wiederholt mit Phantombremsungen und unbegründeten Lenkeingriffen aufgefallen sind - etwa einem dokumentierten Fall, in dem ein Fahrzeug grundlos in Richtung eines Grabens auslenkte. Der Unterschied zur reinen Fehlbremsung: Eine fehlerhafte automatische Lenkübernahme birgt ein deutlich höheres Risiko, warnt Electrek. Zu Verfügbarkeit außerhalb der USA oder einer Deaktivierungsoption äußert sich Tesla in den Release Notes bislang nicht.
Für deutsche Halter bleibt die Funktion vorerst theoretisch: FSD (Supervised) ist hierzulande weiterhin nicht freigegeben, die Zulassung robotertaxi-naher Automatisierungsstufen liegt bei den europäischen Behörden. Wer ein Importfahrzeug mit US-Software nutzt, sollte laut den Tesla-Hinweisen wissen, dass ein Eingreifen des Systems keine Ausrede für Unaufmerksamkeit am Steuer ist - die Verantwortung bleibt beim Fahrer.
Quellen: Not a Tesla App, Drive Tesla Canada, Electrek
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