Mercedes: Bidirektionales Laden startet mit 500 Euro Bonus
Kurz gesagt: Mercedes-Benz startet MB.CHARGE Home Pro Intelligent: Wallbox, Stromtarif und App für bidirektionales Laden. Laut Hersteller sind über 500 Euro Vergütung pro Jahr möglich, wenn das Auto im Schnitt zwölf Stunden am Tag angeschlossen ist. Los geht es mit dem elektrischen GLC und der neuen elektrischen C-Klasse.
Symbolbild: KI-generiert
Mercedes-Benz macht das Elektroauto in Deutschland zum Heimspeicher: Mit MB.CHARGE Home Pro Intelligent startet der Hersteller gemeinsam mit The Mobility House Energy sein Angebot für bidirektionales Laden. Strom fließt dabei nicht nur ins Auto, sondern bei Bedarf auch zurück ins Netz. Die Meldung zuerst gebracht hat ecomento.de.
Was im Paket steckt
Das Angebot besteht aus drei Teilen: einer bidirektionalen 11-kW-DC-Wallbox (ChargeLine Bidi) für 400- und 800-Volt-Fahrzeuge, dem Stromtarif „Mercedes-Benz Intelligent Pro Eco“ und einer App, die Ladevorgänge, Rückspeisungen und Gutschriften anzeigt. Die Wallbox setzt auf den offenen Standard ISO 15118-20 und lässt sich per Software aktualisieren.
Was es bringt – und was es kostet
Vergütet wird jede Stunde, in der das Auto angeschlossen ist, egal ob es lädt, einspeist oder pausiert. Bei durchschnittlich zwölf Stunden Anschlussdauer am Tag nennt Mercedes über 500 Euro pro Jahr. Die Wallbox kostet regulär 2.990 Euro; die ersten 500 Kunden zahlen bei Vertragsabschluss bis Ende März 2027 nur 1.990 Euro und bekommen einen 250-Euro-Gutschein fürs öffentliche Laden. Nach Herstellerangabe amortisiert sich die Anschaffung bei regelmäßiger Nutzung in etwa vier Jahren.
Welche Autos mitmachen
Zum Start sind der vollelektrische GLC und die neue elektrische C-Klasse dabei. VLE, GLA, EQS, CLA, CLA Shooting Brake und GLB sollen folgen. Die Rückspeisefunktion wird je nach Modell nach Marktstart per Over-the-Air-Update freigeschaltet.
Unsere Einordnung
Die 500 Euro sind eine Herstellerrechnung mit einer Annahme: Das Auto müsste im Schnitt halb den Tag am Stecker hängen. Wer es tagsüber im Büro-Parkhaus stehen hat, kommt kaum darauf. Für Pendler im Homeoffice oder Haushalte mit Zweitwagen kann die Rechnung aufgehen. Zu klären bleibt, was die Wallbox samt Installation und ein Tarifwechsel im Einzelfall kosten und ob ein intelligenter Zähler nötig ist; laut Mercedes-Angebotsseite ist er es. Eine unabhängige Prüfung der Zahlen liegt bisher nicht vor.
Wichtig zur Abgrenzung: Parallel hat Mercedes im September ein einfacheres Angebot ohne Rückspeisung vorgestellt, bei dem intelligentes Laden mit 10 Cent je Kilowattstunde belohnt wird, siehe electrive.net. Details zum bidirektionalen Paket stehen auf der Mercedes-Angebotsseite.
Nach Herstellerangaben und einer gemeinsamen Analyse könnten zwei Millionen bidirektional ladefähige Autos in Deutschland fast die Hälfte der heutigen Abregelungen erneuerbarer Energien vermeiden. Auch das ist eine Modellrechnung und kein Messwert.
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