Mazda CX-6e: Facelift mit LiDAR und Autopilot für 21.700 Dollar
Kurz gesagt: Mazda hat den in China gebauten Elektro-SUV CX-6e überarbeitet: Ein Dach-LiDAR ermöglicht erweitertes Fahrassistenzsystem der Stufe 2 mit Autobahn- und Stadt-Autopilot sowie automatischem Einparken. Die Version mit LiDAR startet bei 145.900 Yuan (rund 21.700 US-Dollar). Für den europäischen Markt ist der CX-6e bislang nicht vorgesehen.
Symbolbild: KI-generiert
Mazda baut in China längst nicht mehr nur klassische Benziner. Der CX-6e, ein rein elektrischer bzw. wahlweise mit Range Extender erhältlicher SUV, bekommt jetzt ein Update, das vor allem bei der Assistenzsoftware ansetzt – und zeigt, wie schnell sich der chinesische Markt beim autonomen Fahren von Europa entfernt.
Was sich ändert: LiDAR auf dem Dach
Kern des Facelifts ist ein zusätzlicher LiDAR-Sensor auf dem Dach, der laut dem Fachportal CarNewsChina zusammen mit drei Radar-, elf Kamera- und zwölf Ultraschallsensoren ein System speist, das Mazda selbst als „erweitertes Level 2“ bezeichnet. Über 200 Assistenzszenarien sollen abgedeckt sein. Praktisch bedeutet das: Der Wagen kann auf der Autobahn zwischen 0 und 130 km/h selbstständig die Spur wechseln und überholen, in der Stadt bis 80 km/h fahren, automatisch einparken und sogar Wendemanöver ausführen. Der Fahrer muss laut Systemklasse trotzdem jederzeit eingriffsbereit bleiben – ein echtes autonomes Fahren ohne Aufsicht ist das nicht, auch wenn der Marketingbegriff „self driving“ in den Schlagzeilen etwas anderes suggeriert.
Preis und Antriebe
Die LiDAR-Ausstattung kostet gegenüber der Version ohne Zusatzsensor einen Aufpreis von 12.000 Yuan und startet bei 145.900 Yuan, umgerechnet etwa 21.700 US-Dollar. Käufer haben die Wahl zwischen zwei Antrieben: einer rein elektrischen Version mit 77,94-kWh-LFP-Akku, 190 kW Leistung und bis zu 600 Kilometern Reichweite nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, sowie einer Range-Extender-Variante (EREV) mit kleinerem 31,73-kWh-Akku, rund 200 Kilometern rein elektrischer Reichweite und einem 1,5-Liter-Benziner als Nachlader. Die reine E-Version kostet 6.000 Yuan mehr als die EREV-Ausführung. Technische Basis ist die EPA1-Plattform von Changan, Mazdas chinesischem Joint-Venture-Partner – nicht Mazdas eigene Entwicklung.
Ein Verkaufsschlager in China, unsichtbar in Europa
Der CX-6e trägt in China intern die Bezeichnung EZ-60 und ist nach der Limousine EZ-6 (hierzulande als Mazda 6e bekannt) das zweite Elektromodell aus der Changan-Kooperation. Der Erfolg ist beachtlich: Im August 2026 machte der CX-6e laut Marktdaten rund 45 Prozent aller Mazda-Verkäufe in China aus. Preislich positioniert sich das Modell deutlich unter einem Tesla Model Y – bei vergleichbarer Größe grob zum halben Preis. Für den deutschen oder europäischen Markt hat Mazda bislang keine Pläne für den CX-6e verkündet.
Unsere Einordnung
Der CX-6e zeigt exemplarisch, wie schnell sich Assistenzsysteme in China weiterentwickeln, sobald der Preisdruck durch heimische Hersteller wie BYD oder Xiaomi hoch genug ist: LiDAR-gestützte Autobahn- und Stadtpiloten, die vor wenigen Jahren noch Luxusfahrzeugen vorbehalten waren, gibt es hier für den Preis eines gut ausgestatteten Kompaktwagens. In Deutschland bleiben solche Systeme rechtlich ohnehin auf Assistenzniveau Stufe 2 begrenzt – wer online liest, der Wagen „fahre selbst“, sollte das als Marketing-Zuspitzung verstehen, nicht als Freibrief zum Wegschauen. Ob und wann Mazda den CX-6e nach Europa bringt, ist offen; aktuell bleibt er ein chinesisches Erfolgsmodell mit Blick über den Tellerrand.
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