IIHS-Studie: Waymo baut 68 Prozent weniger Unfälle als Menschen – aber mit klaren Haken
Kurz gesagt: Kurz gesagt: Laut IIHS-Auswertung (2021–2024) verursachte Waymo 1,28 Unfälle pro Million Meilen, menschliche Fahrer 4,06 – ein Minus von 68 Prozent, allerdings ohne Autobahnen und mit überraschender Schwäche bei Dunkelheit.
Symbolbild: KI-generiert
Unsere Video-Einordnung (Symbolbild: KI-generiert).
Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) – die Unfallforschung der US-Versicherer und eine der angesehensten Adressen für Verkehrssicherheit – hat erstmals systematisch ausgewertet, wie sicher Robotaxis wirklich fahren. Datenbasis: die bundesweiten Unfallmeldungen der Jahre 2021 bis 2024, rund 50 Millionen autonome Waymo-Meilen, verglichen mit 222 Milliarden menschlich gefahrenen Meilen in denselben Einsatzgebieten.
Das Ergebnis ist deutlich: 1,28 Unfälle pro Million Meilen bei Waymo, 4,06 bei menschlichen Fahrern – also 68 Prozent weniger. Die Waymo-Unfälle waren im Schnitt zudem weniger schwer, und häufiger als bei Menschen trug das Robotaxi keine Schuld.
Die Haken, die in den Schlagzeilen fehlen
Die IIHS-Forscher selbst nennen mehrere Einschränkungen. Erstens: Waymo fährt nicht auf Highways, sondern überwiegend im langsamen Stadtverkehr – die Hälfte der Waymo-Unfälle passierte unter 40 km/h, bei Menschen sind es nur acht Prozent. Der Vergleich ist also kein Vergleich unter gleichen Bedingungen. Zweitens müssen die Firmen zwar Unfälle melden, aber nicht ihre gefahrenen Meilen – die Bezugsgröße beruht teils auf Firmenangaben. Drittens, und das ist die überraschendste Erkenntnis: Bei Dunkelheit schnitt Waymo schlechter ab als erwartet – ausgerechnet die Situation, in der Sensorik dem müden Menschen eigentlich überlegen sein sollte.
Was das für Tesla bedeutet
Tesla taucht in der Studie nicht auf – im Untersuchungszeitraum gab es schlicht keine unbeaufsichtigten Tesla-Meilen. Bis Juli 2026 hat Teslas Robotaxi-Betrieb erst rund 380.000 unbeaufsichtigte Meilen gesammelt, gegenüber Waymos inzwischen weit über 50 Millionen. Für die FSD-Debatte ist die Studie trotzdem wichtig: Sie liefert erstmals eine unabhängige, methodisch saubere Messlatte, an der sich auch Tesla wird messen lassen müssen – und sie zeigt, dass „sicherer als der Mensch“ allein noch keine vollständige Antwort ist, solange Einsatzgebiet und Bedingungen nicht vergleichbar sind.
Und für uns in Deutschland?
Hierzulande fährt weder ein Waymo noch Teslas FSD – das bleibt vorerst ein Blick über den Atlantik. Aber genau solche unabhängigen Sicherheitsdaten sind das, was europäische Zulassungsbehörden sehen wollen, bevor autonomes Fahren hier in die Breite geht. Jede seriöse Studie dieser Art macht den Weg dafür eher kürzer als länger.