China will bis 2030: 70 Prozent aller Neuwagen elektrisch
Kurz gesagt: Chinas Industrieministerium hat gemeinsam mit acht weiteren Behörden einen neuen Fünf-Jahres-Plan für die Autoindustrie 2026-2030 veröffentlicht. Ziel: 70 Prozent Marktanteil für Elektro- und Hybridautos bei Pkw-Neuzulassungen, 40 Prozent bei Nutzfahrzeugen, dazu der flächendeckende Einsatz autonom fahrender Autos auf Autobahnen und in Teilen der Städte. Gleichzeitig soll die Branche über Fusionen konsolidiert werden, um den ruinösen Preiskampf zu bremsen.
Symbolbild: KI-generiert
Chinas Regierung hat am 11. September 2026 ihren nächsten großen Fahrplan für die Autoindustrie vorgelegt. Wie das Fachportal CnEVPost berichtet, veröffentlichte das Industrieministerium (MIIT) zusammen mit acht weiteren Behörden den Fünf-Jahres-Plan für die Jahre 2026 bis 2030. Kernziel: 70 Prozent aller neu verkauften Pkw sollen bis 2030 Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeuge sein, bei Nutzfahrzeugen sind es 40 Prozent. Zum Vergleich - in Deutschland lag der Anteil rein batterieelektrischer Neuwagen zuletzt bei rund einem Fünftel.
Chinesische Quellen liefern zum offiziellen Plantitel - „Entwicklungsplan für die Industrie vernetzter, intelligenter Neuenergiefahrzeuge, 15. Fünfjahresplan“ - weitere Details, die CnEVPost nicht nennt: Laut Berichten unter anderem von chinanews.com.cn soll die Arbeitsproduktivität der Branche gegenüber 2025 um 15 Prozent steigen, zudem will China mehrere Autohersteller unter den globalen Top 10 nach Absatz sowie Zulieferer unter den weltweit 100 größten etablieren. Konkret nennt der Plan auch technische Zielwerte: Batterie-Pkw sollen im Schnitt nur noch 11,5 kWh je 100 Kilometer verbrauchen, klassische Verbrenner-Pkw 3,3 Liter je 100 Kilometer.
Beim autonomen Fahren geht der Plan über bloße Assistenzsysteme hinaus: Vorgesehen ist der „großflächige Einsatz“ hochautomatisierter Fahrzeuge auf Autobahnen, städtischen Schnellstraßen und ausgewählten Innenstadtstraßen - ein deutlich konkreteres Ziel, als es Regulierer in Europa oder den USA bislang formuliert haben. Zusätzlich soll eine „KI-plus-Automobil“-Initiative die Integration von KI-Modellen in Fahrzeuge vorantreiben.
Wirtschaftspolitisch enthält der Plan zudem eine Kurskorrektur: Peking will die Kapazitäten der Branche stärker kontrollieren, Fusionen fördern und unzulässige lokale Investitionsanreize eindämmen - eine Reaktion auf den seit Jahren anhaltenden ruinösen Preiskampf zwischen Dutzenden chinesischen Herstellern. Für deutsche Autobauer und Zulieferer ist der Plan eine unbequeme Ansage: Wenn Chinas Heimatmarkt binnen vier Jahren zu 70 Prozent elektrisch fährt und gleichzeitig über Fusionen schlagkräftigere globale Champions entstehen, wächst der Exportdruck chinesischer Hersteller auf Europa weiter - während deutsche Marken auf ihrem wichtigsten Auslandsmarkt zusehends unter Druck geraten.