Blendungsalarm 💡 Teslas Model 3 und Model Y blenden Entgegenkommende – 20.000 Fahrzeuge im Rückruf
Kurz gesagt: Tesla muss in den USA 20.349 Fahrzeuge (18.735 Model Y, 1.614 Model 3) zurückrufen, weil die Abblendscheinwerfer in bestimmten Bereichen bis zu 230 statt erlaubter 125 Candela erreichen und Entgegenkommende blenden können. Die US-Behörde NHTSA erzwang den Rückruf, nachdem Tesla zuvor versucht hatte, ihn zu vermeiden – eine endgültige Reparaturlösung steht noch nicht fest, vermutlich müssen die Scheinwerfer ausgetauscht werden. Der Rückruf betrifft nur US-Fahrzeuge nach der dortigen Norm FMVSS 108.
Symbolbild: KI-generiert
Blendende Scheinwerfer im Gegenverkehr sind selten nur ein Ärgernis – sie kosten in dem Moment Reaktionszeit, in dem am wenigsten davon übrig ist. Genau das ist laut US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA bei tausenden Tesla-Fahrzeugen der Fall: Die Abblendlichter von Model 3 und Model Y strahlen in bestimmten Bereichen deutlich heller, als es die US-Vorschriften erlauben.
20.349 Fahrzeuge betroffen
Tesla ruft in den USA 20.349 Fahrzeuge zurück: 18.735 Model Y der Baujahre 2020 bis 2023 und 1.614 Model 3 der Baujahre 2017 bis 2023, wie unter anderem electrive und Electrek berichten. Betroffen sind überwiegend Fahrzeuge, die vor dem 2. Juni 2023 gebaut wurden, dazu 432 später gefertigte Wagen, bei denen im Rahmen von Reparaturen Ersatzteile mit dem fehlerhaften Bauteil verbaut wurden.
Bis zu 230 statt maximal 125 Candela
Ursache ist laut den amtlichen Rückrufunterlagen ein Bauteil des Zulieferers Marelli Automotive Lighting: In den oberen äußeren Zonen des Abblendlichts erlaubt die US-Norm FMVSS 108 maximal 125 Candela Lichtstärke – gemessen wurden bei den betroffenen Scheinwerfern jedoch Werte von bis zu 230,1 Candela, fast das Doppelte des Grenzwerts. In der Praxis bedeutet das: Wer einem betroffenen Tesla entgegenkommt, kann geblendet werden, was laut NHTSA die Sicht auf die Fahrbahn und andere Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt.
Tesla wollte den Rückruf vermeiden – NHTSA lehnte ab
Bemerkenswert ist die Vorgeschichte: Das Problem ist der Behörde bereits seit 2023 bekannt. Tesla beantragte im Juli 2026, ganz auf einen Rückruf zu verzichten, und argumentierte laut Electrek, es seien keine Unfälle oder Verletzungen dokumentiert. Die NHTSA lehnte den Antrag ab und erzwang damit den offiziellen Rückruf.
Reparatur noch ungeklärt – kein Software-Update in Sicht
Für Halter besonders unangenehm: Eine endgültige Lösung steht noch nicht fest. Anders als bei vielen früheren Tesla-Rückrufen deutet laut electrive derzeit nichts auf ein einfaches Software-Update per Funk hin – wahrscheinlicher ist der physische Austausch der Scheinwerfereinheiten. Händler wurden bereits informiert, schriftliche Benachrichtigungen an die Fahrzeughalter sollen bis zum 15. September 2026 verschickt werden.
Einordnung: Was das für deutsche Halter bedeutet
Der Rückruf betrifft ausschließlich in den USA zugelassene Fahrzeuge und richtet sich nach der dortigen Norm FMVSS 108. Für den europäischen Markt gilt die technisch andere Regelung ECE R112, hierzulande verkaufte Model 3 und Model Y sind von dieser konkreten Rückrufaktion nicht automatisch betroffen. Wer unsicher ist, ob die eigenen Scheinwerfer im Straßenverkehr korrekt eingestellt sind, kann das bei jeder Hauptuntersuchung durch TÜV oder eine freie Prüfstelle checken lassen – unabhängig von Marke oder Rückrufaktion.
Quellen: electrive, Electrek, ergänzt um einen Bericht von Autoblog.
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