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Bidirektionales Laden: E-Auto als rollender Speicher

Kurz gesagt: Seit Jahresbeginn 2026 gelten E-Autos per Gesetz als Speicher, ab April erlaubt die Bundesnetzagentur die marktaktive Nutzung von Ladepunkten. Wer sein Auto per bidirektionaler Wallbox ans Netz koppelt, kann laut heise bis zu 720 Euro jährlich durch Stromhandel verdienen. Erste Serienprodukte wie die BMW Wallbox Professional mit E.ON-V2G-Tarif und E3/DC 'edsn' für VW-Fahrzeuge kommen 2026 auf den Markt. Größte Bremse bleibt der Smart-Meter-Rollout: Erst 5,5 Prozent der deutschen Haushalte haben ein intelligentes Messsystem.

Bidirektionales Laden: E-Auto als rollender Speicher

Symbolbild: KI-generiert

Was lange nur Testfeld-Thema war, bekommt 2026 einen gesetzlichen Rahmen: Mit der Ende 2025 beschlossenen Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes gelten Elektroautos seit dem 1. Januar 2026 rechtlich als Stromspeicher. Ab dem 1. April 2026 erlaubt die Bundesnetzagentur zusätzlich eine "marktaktive Nutzung" von Speichern und Ladepunkten - Eigenverbrauch und Einspeisung ins Netz sind damit erstmals in einem Zug möglich. heise beschreibt den bisherigen Rollout als zäh, sieht aber die entscheidenden Puzzleteile jetzt zusammenkommen.

Bis zu 720 Euro im Jahr

Wer per Vehicle-to-Grid (V2G) am Strommarkt teilnimmt, kauft günstig ein, wenn die Börsenpreise niedrig sind, und verkauft, wenn sie hoch stehen - die Batterie wird zum rollenden Zwischenspeicher. Laut heise sind so bis zu 720 Euro Ertrag pro Jahr drin. Rechtlich unkompliziert ist der Einstieg dabei: Für die Einspeisung reicht laut aktuellem Stand in der Regel eine Anzeige im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber, ein gesondertes Genehmigungsverfahren gibt es nicht.

Serienprodukte statt Pilotprojekte

Bislang scheiterte bidirektionales Laden oft an fehlender Serienreife. Das ändert sich 2026: Mit der BMW Wallbox Professional inklusive E.ON-V2G-Tarif und dem System "edsn" von E3/DC für Fahrzeuge des VW-Konzerns kommen laut Branchenberichten erstmals echte Serienlösungen auf den Markt. Hyundai, Kia und Renault bieten zudem bereits Vehicle-to-Load (V2L) in vielen Modellen an, mit dem sich externe Geräte direkt aus der Autobatterie speisen lassen - ein erster Schritt, aber ohne Netzanbindung.

Der Flaschenhals: intelligente Messsysteme

Der Digitalverband Bitkom benennt in einem aktuellen Positionspapier den eigentlichen Bremsklotz: Es fehlen intelligente Messsysteme, die bidirektional geflossenen Strom korrekt erfassen. Laut Smart-Meter-Atlas sind bislang erst 5,5 Prozent der deutschen Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet. Ohne flächendeckenden Rollout bleibt die wirtschaftliche Nutzung der Autobatterie für die meisten Haushalte vorerst graue Theorie.

Was das für Käufer bedeutet

Wer jetzt ein E-Auto oder eine Wallbox anschafft, sollte auf V2G-Kompatibilität achten - die Nachrüstung ist teurer als der direkte Kauf eines vorbereiteten Systems. Bis zur echten Marktreife braucht es aber noch den eigenen Smart Meter, dessen Einbau je nach Netzbetreiber weiterhin Monate dauern kann.

Quellen: heise und Bitkom-Positionspapier, abgerufen am 26. August 2026.

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