Audi geht gegen Import von China-Modellen vor
Kurz gesagt: Audi geht gegen den Importeur Auto China vor, der die nur für China gebauten Modelle E5 Sportback und E7X in Deutschland verkaufte. Die Autos haben keine EU-Typgenehmigung und sind nicht ins europäische Händler- und Servicenetz eingebunden. Beide Modelle sind inzwischen von der Importeur-Website verschwunden.
Audi zieht gegen einen Parallelimporteur vor Gericht – ausgerechnet wegen eigener Autos. Der Hersteller hat rechtliche Schritte gegen Auto China eingeleitet, weil dieser den E5 Sportback und den E7X aus chinesischer Produktion in Deutschland anbot. Ein Audi-Sprecher sagte laut Medienberichten: „Wir haben rechtliche Schritte gegen den Importeur eingeleitet und werden unsere Rechte konsequent durchsetzen.“ Die Meldung stammt zuerst von ecomento.de.
Worum es genau geht
Beide Modelle entstehen im Gemeinschaftsunternehmen mit SAIC und sind ausdrücklich für den chinesischen Markt entwickelt. Sie tragen den Schriftzug „AUDI“ in Großbuchstaben statt der vier Ringe. Nach Angaben von electrive.net lag der Angebotspreis bei 59.980 Euro (E5 Sportback) und 72.900 Euro (E7X). Erste Fahrzeuge waren demnach schon verkauft, bevor beide Modelle von der Website des Importeurs verschwanden. Andere Importmarken wie Xiaomi oder Zeekr bietet Auto China weiter an.
Warum Audi das nicht hinnimmt
Audi nennt zwei Gründe: Die Fahrzeuge besitzen keine EU-Typgenehmigung, und sie sind nicht in das europäische Vertriebs- und Servicenetz eingebunden. Europäische Audi-Händler haben womöglich weder Diagnosetechnik noch Software-Unterstützung, Ersatzteile oder Reparaturanleitungen für diese Autos. Hinzu kommt der chinesische Ladestandard GB/T statt CCS – für öffentliche Ladesäulen braucht es Adapter, die laut china-gadgets.de rund 950 Euro kosten. Dort ist auch von einer deutlich kürzeren Importeur-Garantie (zwei Jahre oder 80.000 Kilometer) die Rede; diese Angabe stammt aus einer einzelnen Quelle.
Einordnung für Käufer
Der Preisvorteil, den ein Direktimport verspricht, schmilzt durch Transport, Zoll, Zulassungsaufwand und Zubehör schnell zusammen. Wer bereits einen solchen Wagen bestellt hat, sollte Kaufvertrag und Garantieumfang genau prüfen und klären, wer Wartung und Software-Updates übernimmt. Wie weit Audis Vorgehen gerichtlich trägt, ist offen; berichtet wird von einem ähnlichen Fall bei Volkswagen mit dem ID.6 Crozz, in dem der Hersteller sich durchgesetzt haben soll. Ein Urteil im Audi-Fall liegt nicht vor. Für alle, die ein China-Modell mit „falschem“ Logo im Blick haben, gilt vorerst: Ohne offizielle Zulassung und Werkstattnetz bleibt der Kauf ein Risiko.