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Wer heute für 30 bis 50 Euro eine WLAN-Kamera kauft, zahlt bei den meisten Marken danach weiter: Ohne Cloud-Abo zeigt die App oft nur ein Livebild, aufgezeichnete Ereignisse landen hinter einer Bezahlschranke. Der bulgarische Hersteller Shelly – bislang vor allem für WLAN-Schalter und -Steckdosen bekannt – bringt mit der Shelly Camera zur IFA 2026 seine erste eigene Überwachungskamera und dreht dieses Prinzip bewusst um: Die Kernfunktionen laufen komplett lokal, ohne laufende Kosten. Seit dem 1. September 2026 ist sie für 39,90 € direkt bei Shelly bestellbar, die weiße Variante ist lieferbar.
Die Shelly Camera in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Auflösung | 1080p Full-HD (1.920 × 1.080 Pixel) |
| Sichtfeld | 110° horizontal, 70° vertikal |
| Nachtsicht | Schwarz-Weiß-Modus |
| Audio | Mikrofon und Lautsprecher, Zwei-Wege-Kommunikation |
| Speicher lokal | microSD-Karte bis 512 GB (FAT32), kostenlos |
| Speicher Cloud | optional 3,99–14,99 €/Monat je nach Kameraanzahl |
| Stromversorgung | USB-C, 5 V, dauerhaft am Kabel (2 m mitgeliefert) |
| Konnektivität | Dual-Band-WLAN, Bluetooth (nur Einrichtung) |
| Integrationen | Shelly Cloud, Home Assistant, Frigate NVR, Amazon Alexa, Google Home, SmartThings, RTSP, MQTT, WebSockets |
| Matter / HomeKit | nicht unterstützt (Stand September 2026) |
| Verkaufsstart | 1. September 2026 |
| Preis | 39,90 € (Weiß lieferbar, Schwarz zum Marktstart noch ausverkauft) |
| Ersteindruck | 7,8 / 10 |
Das Prinzip: lokal zuerst, Cloud als Option
Der Kerngedanke der Shelly Camera ist einfach und deshalb wirksam: Wer nur ein Livebild und eine Bewegungsbenachrichtigung braucht, bekommt das ohne einen einzigen Euro Folgekosten. Aufnahmen landen auf einer eigenen microSD-Karte mit bis zu 512 Gigabyte Kapazität – bei Full-HD-Auflösung reicht das laut Herstellerangabe für mehrere Wochen durchgehende Bewegungsaufzeichnung, je nach Aktivität vor der Kamera. Erst wer 30 Tage Cloud-Verlauf oder die KI-Erkennung von Personen, Haustieren und Fahrzeugen will, zahlt zwischen 3,99 € für eine Kamera und bis zu 14,99 € im Monat für mehrere Geräte.
Technisch bewegt sich die Kamera im soliden Mittelfeld: 1.080p-Auflösung, ein Sichtfeld von 110° horizontal und 70° vertikal sowie eine Schwarz-Weiß-Nachtsicht sind Standard in dieser Preisklasse. Interessanter ist die Offenheit bei der Anbindung: Neben Alexa, Google Home und SmartThings unterstützt die Kamera direkt Home Assistant und Frigate NVR sowie die Protokolle RTSP, MQTT und WebSockets – für Nutzer, die ihr Smart Home selbst orchestrieren, ist das mehr Kontrolle, als viele deutlich teurere Markenkameras bieten.
Die ehrliche Einordnung: keine Cloud-Falle, aber auch kein Rundum-Paket
Das unabhängige Fachportal haus-automatisierung.com hat die Kamera bereits vor Verkaufsstart getestet und nennt neben dem kompakten, unauffälligen Gehäuse auch konkrete Schwächen: Es gibt keine physische Sichtschutz-Klappe vor der Linse, lokal aufgezeichnete Ereignisclips sind auf rund 30 Sekunden begrenzt, und die Audioqualität der Aufnahmen rauscht laut dem Test spürbar. Die Basis-Authentifizierung im RTSP-Stream funktionierte im Testzeitpunkt zudem nicht zuverlässig – für den offenen Zugriff über Drittsoftware ein Punkt, den technisch versierte Käufer vorab prüfen sollten. Diese Angaben stammen aus dem verlinkten Fremdtest und nicht aus eigener Messung; ein eigener Praxistest mit Testgerät steht noch aus.
Auch die fehlende Matter- und HomeKit-Unterstützung ist real: Shelly nennt zum Marktstart weder den einen noch den anderen Standard als kompatibel. Wer sein Zuhause bewusst auf Matter aufbaut, um herstellerübergreifend eine einzige App zu nutzen, bekommt hier einen Bruch in der Kette.
Für wen sich die Shelly Camera NICHT lohnt
Wer sein Smart Home konsequent auf Matter oder Apple HomeKit aufgebaut hat, muss auf einen Bruch in der App-Landschaft verzichten können – die Kamera lässt sich dort nicht nativ einbinden. Wer eine Außenkamera sucht, ist hier ebenfalls falsch: Die Shelly Camera ist für den Innenbereich ausgelegt, zu Wetterschutz und Schutzklasse macht der Hersteller keine Angaben. Und wer maximale Diskretion beim Ausschalten will – etwa im Schlafzimmer oder Homeoffice mit Videocalls –, vermisst die physische Sichtschutz-Klappe, die viele Konkurrenzmodelle mittlerweile mitbringen; hier hilft nur der Software-Privacy-Modus, der Aufnahme, Mikrofon und Lautsprecher deaktiviert.
Pro und Contra: Shelly Camera (Stand Launch)
Pro
- Kernfunktionen komplett ohne Abo-Zwang nutzbar
- Lokale Speicherung auf microSD bis 512 GB kostenlos
- Offene Anbindung: Home Assistant, Frigate NVR, RTSP, MQTT
- Günstiger Einstiegspreis von 39,90 €
- Zwei-Wege-Audio und niedriger Stromverbrauch
Contra
- Kein Matter, kein Apple HomeKit
- Keine physische Sichtschutz-Klappe
- Nur für den Innenbereich, kein Wetterschutz-Rating genannt
- Lokale Ereignisclips laut Fremdtest auf ~30 Sekunden begrenzt
- Langzeit-Praxiswerte fehlen noch – eigener Test folgt
Für wen lohnt sich die Shelly Camera?
Unsere Einschätzung zum Launch: Die Shelly Camera ist kein technisches Ausrufezeichen, aber ein ehrliches Angebot: Für 39,90 € bekommt man eine Full-HD-Innenkamera, die ohne einen einzigen Euro Folgekosten funktioniert – ein Kontrastprogramm zu vielen Cloud-pflichtigen Konkurrenzmodellen in dieser Preisklasse. Besonders für Nutzer von Home Assistant oder Frigate NVR ist sie durch die offenen Schnittstellen eine der günstigsten Möglichkeiten, eine Kamera vollständig lokal einzubinden. Wer dagegen auf Matter/HomeKit setzt oder eine Außenkamera braucht, sollte sich woanders umsehen.
Häufige Fragen
Was kostet die Shelly Camera?
39,90 € direkt bei Shelly (Stand 20.09.2026), aktuell in Weiß lieferbar. Die baugleiche schwarze Variante kostet ebenfalls 39,90 €, war zum Marktstart aber noch nicht verfügbar.
Braucht die Shelly Camera ein Abo?
Nein. Livebild und lokale Aufzeichnung auf einer microSD-Karte (bis 512 GB) sind ohne monatliche Kosten nutzbar. Ein Cloud-Abo ab 3,99 €/Monat ist nur nötig für Cloud-Aufzeichnung, 30 Tage Verlauf und KI-Erkennung von Personen, Haustieren und Fahrzeugen.
Ist die Shelly Camera Matter- oder HomeKit-kompatibel?
Nein, Stand September 2026 nennt Shelly weder Matter noch Apple HomeKit als unterstützte Standards. Angebunden wird die Kamera über Shelly Cloud, Home Assistant, Frigate NVR, Amazon Alexa, Google Home, SmartThings sowie RTSP, MQTT und WebSockets.
Ohne Abo-Zwang testen?
Die Shelly Camera ist zum Launch-Preis von 39,90 € direkt verfügbar.
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