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Wer heute ein Balkonkraftwerk oder eine kleine Dachanlage mit Speicher nachrüsten will, kennt das Problem: Fast jeder Heimspeicher hängt an den PV-Strings und braucht damit einen Fachbetrieb, der Wechselrichter und Verkabelung anfasst. Die Anker SOLIX Solarbank Max AC löst das anders – sie wird rein netzseitig (AC) betrieben und braucht laut Hersteller keinen Elektriker: Stecker rein, App koppeln, fertig. Anker stellte den Speicher am 9. April 2026 vor, seit Ende Mai lief der Vorverkauf, seit Juni wird ausgeliefert. Ein eigener Praxistest mit Messwerten steht bei uns noch aus – hier ist unsere Einordnung auf Basis der Herstellerangaben und der ersten unabhängigen Tests.
Die Solarbank Max AC in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Kapazität | 7 kWh (LiFePO4), erweiterbar auf bis zu 42 kWh je Turm über BP7000-Module |
| Maximalausbau | bis zu 3 Türme softwareseitig koppelbar – rechnerisch bis 126 kWh |
| Wechselrichter | bidirektional, 3,5 kW Ein-/Ausgang |
| Notstrom | Steckdose bis 3.500 W |
| Ladezyklen / Garantie | 10.000 Zyklen, 10 Jahre Herstellergarantie |
| Konnektivität | WLAN + Bluetooth, App-Steuerung, Home-Assistant-Anbindung, offenes Modbus-Protokoll |
| Schutzklasse | IP66, C5-M Korrosionsschutz, −20 °C bis 55 °C |
| Maße / Gewicht | 670 × 356 × 325 mm, 73 kg (Aufstellen zu zweit empfohlen) |
| Kühlung | passiv, lüfterlos – laut Energienerds.de-Test max. 47 °C unter Last, 36 dB |
| Verkaufsstart | Vorverkauf ab 26. Mai 2026, Auslieferung seit Juni 2026 |
| Preis | UVP 2.299 € · Geizhals-Bestpreis ab 1.899 € (Stand 16.07.2026) |
Das Konzept: AC-Nachrüstung statt DC-Installation
Der entscheidende Unterschied zu Ankers eigener Solarbank 4 Pro und den meisten anderen Balkonkraftwerk-Speichern: Die Max AC hat keinen eigenen PV-Eingang. Sie hängt nicht an den Solarmodulen, sondern rein am Hausnetz – dort, wo ohnehin schon eine bestehende PV-Anlage samt eigenem Wechselrichter einspeist. Das macht sie zum reinen Nachrüstspeicher: Wer eine Dachanlage ohne Speicher hat, muss keinen Installateur mehr bestellen, um Überschussstrom zu puffern – Anker verspricht laut eigenen Angaben eine Inbetriebnahme „in 5 Minuten". Der 3,5-kW-Wechselrichter arbeitet bidirektional und lädt sich aus dem Netzüberschuss, entlädt bei Bedarf wieder zurück ins Haus.
Mit an Bord ist eine Notstromsteckdose bis 3.500 Watt – bei einem Stromausfall lassen sich darüber Kühlschrank, Router oder Beleuchtung weiterbetreiben, ohne dass ein separates Notstromsystem nötig wäre. Die App bringt außerdem einen KI-gestützten Assistenten („Anka") mit, der laut Hersteller dynamische Stromtarife einbezieht und die Lade-/Entladezyklen entsprechend timen soll.
Was die ersten Tests sagen
Zwei unabhängige Tests liegen bereits vor. Energienerds.de vergibt 4,5 von 5 Sternen und kürt die Max AC zu ihrem „Favoriten" in der Kategorie AC-Nachrüstspeicher: In einem Praxistest mit einer Küchenmaschine soll das System besonders präzise auf Nulleinspeisung geregelt haben (gemessen: 0,044 kWh Netzbezug gegenüber 0,027 kWh Einspeisung – nahe am Ideal). Gemessen wurden zudem eine Round-Trip-Effizienz von 84 % und ein Geräuschpegel von nur 36 dB dank passiver Kühlung. heise.de testete das System am 18. Juni 2026 ebenfalls und lobt im frei zugänglichen Teil vor allem die einfache Inbetriebnahme sowie den fairen Preis pro Kilowattstunde bei der BP7000-Erweiterung (rund 215 €/kWh) – eine konkrete Testnote steckt allerdings hinter der Paywall.
Beide Tests nennen unabhängig voneinander dieselben zwei Kritikpunkte: Mit 73 Kilogramm ist die Basiseinheit für eine Person allein schwer zu handhaben, und die Anbindung läuft ausschließlich über WLAN – ein LAN-Anschluss für eine stabilere Verbindung fehlt. Zudem sind die neuen BP7000-Erweiterungsmodule nicht kompatibel mit den älteren BP2700-Akkus aus dem Balkonkraftwerk-Segment – wer bereits in das alte Anker-Ökosystem investiert hat, kann diese Module nicht einfach mitnehmen.
Die ehrliche Einordnung: Lieferumfang noch nicht ganz klar
Ein Punkt bleibt offen, den wir hier transparent benennen statt zu glätten: Ob ein Smart Meter zur Verbrauchsmessung serienmäßig im Lieferumfang der Basiseinheit enthalten ist, geht aus der offiziellen Anker-Produktseite nicht eindeutig hervor. Mehrere Fachhändler bewerben separate Bundles „inklusive Smart Meter Gen 2" als Zusatzangebot – ein Indiz dafür, dass der Zähler in der reinen Basisbestellung möglicherweise separat dazugekauft werden muss. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die genaue Artikelbeschreibung beim jeweiligen Händler. Ebenso hat Anker bislang keine offizielle Liste kompatibler Wechselrichter-Marken veröffentlicht; ein Praxistest von Energienerds.de zeigt aber eine funktionierende Einbindung mit einem SolarEdge-System und Home Assistant.
Pro und Contra: Solarbank Max AC (Stand Launch)
Pro
- Keine PV-Verkabelung nötig – reine Steckerlösung für bestehende Dachanlagen
- Erweiterbar bis 42 kWh je Turm, bis zu 3 Türme koppelbar
- Notstromsteckdose bis 3.500 W inklusive
- 10.000 Ladezyklen, 10 Jahre Garantie
- Erste Tests loben Effizienz (84 %) und geringe Geräuschentwicklung (36 dB)
Contra
- 73 kg Eigengewicht – Aufstellen zu zweit empfohlen
- Nur WLAN, kein LAN-Anschluss
- BP7000-Module nicht kompatibel zu alten BP2700-Akkus
- Lieferumfang beim Smart Meter nicht eindeutig geklärt – vor Kauf prüfen
- Kein belastbarer Idealo-Preis auffindbar, Praxistest mit eigenen Messwerten steht bei uns noch aus
Für wen lohnt sich die Solarbank Max AC?
Unsere Einschätzung zum Launch: Die Solarbank Max AC zielt auf eine Zielgruppe, die bisherige Anker-Produkte kaum bedient haben: Besitzer einer bestehenden Dach-PV-Anlage ohne Speicher, die keinen Elektriker-Termin und keine Umbauten an der bestehenden Verkabelung wollen. Für dieses Szenario ist das Konzept aktuell weitgehend konkurrenzlos zum fairen Preis – die ersten unabhängigen Tests bestätigen solide Messwerte. Wer dagegen ein klassisches Balkonkraftwerk mit eigenem PV-Eingang sucht, ist bei der Solarbank 4 Pro oder kompakteren Modellen besser aufgehoben. Unser eigener Praxistest mit Messreihen steht noch aus – Deal-Alarm abonnieren lohnt sich, sobald wir ein Testgerät aufgebaut haben.
Häufige Fragen
Was kostet die Anker SOLIX Solarbank Max AC?
Die UVP der Basiseinheit liegt bei 2.299 €. Bei Geizhals wurde am 16.07.2026 ein Bestpreis ab 1.899 € gelistet; ein belastbarer Idealo-Preis war zum Redaktionsschluss nicht auffindbar. Die BP7000-Erweiterungsmodule kosten je rund 1.500–1.800 €.
Braucht die Solarbank Max AC einen Elektriker?
Nein. Anders als klassische Hausspeicher wird die Max AC einfach in eine Steckdose gesteckt und ist laut Hersteller in rund 5 Minuten betriebsbereit – sie hängt rein netzseitig (AC) am Hausnetz, nicht an den PV-Strings.
Wie groß lässt sich die Solarbank Max AC ausbauen?
Die Basiseinheit hat 7 kWh. Mit BP7000-Zusatzmodulen wächst sie auf bis zu 42 kWh pro Turm, bis zu drei Türme lassen sich softwareseitig koppeln – macht rechnerisch bis zu 126 kWh.
Preis prüfen?
Die Preise für Nachrüstspeicher schwanken je nach Händler und Konfiguration deutlich.
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