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Anker hat mit der Nummerierung einen kleinen Etikettenschwindel eingebaut – nicht bei den Zahlen, sondern bei der Erwartung: Wer von der „2" zur „4" springt, erwartet dieselbe Gerätegattung in besser. Tatsächlich sind es zwei verschiedene Produkte für zwei verschiedene Anlagen. Die Solarbank 2 E1600 Pro ist ein Balkonspeicher, gebaut um die gesetzliche 800-Watt-Einspeisegrenze und ein typisches 2-Modul-Kraftwerk herum. Die Solarbank 4 Pro ist – so haben wir es schon in unserem Launch-Check (9,1/10) formuliert – ein modularer Hausspeicher, der zufällig noch als Steckerlösung durchgeht. Genau daraus ergibt sich die Upgrade-Antwort.

Die Datenlage: Alt gegen Neu

Solarbank 2 E1600 ProSolarbank 4 Pro
Basiskapazität1,6 kWh5 kWh
Maximal erweiterbar9,6 kWh (BP1600-Akkus)30 kWh
PV-Eingang2.400 W über 4 MPPT5.000 W über 4 MPPT
AC-Ausgang800 W Einspeisung (gesetzeskonform) · 1.000 W Notstrom-Schukobis 2.500 W
Ladezyklen6.000 (LiFePO4, 10 J. Garantie)10.000
Smart Meteroptional (Nulleinspeisung, Reaktion < 3 s)3-Phasen-Smart-Meter Gen 2 im Lieferumfang
Wechselrichterintegriert (All-in-One)integriert
Preis (Stand unserer Checks)ca. 549 € (Idealo-Bestpreis 30.06.2026), Aktionen ab ~429 €UVP 1.999 € · Launch-Aktion ab 1.499 €
Unsere Einordnung8,5 / 10 im Daten-Check9,1 / 10 im Launch-Check

Quellen: Anker-SOLIX-Herstellerangaben sowie unsere beiden Checks zur Solarbank 2 E1600 Pro und Solarbank 4 Pro; Preisstände wie dort dokumentiert – Tagespreise schwanken.

Was ist wirklich neu?

Erstens die Dimension: 5.000 W PV-Eingang bedeuten, dass die Solarbank 4 Pro keine zwei Balkonmodule erwartet, sondern eine ausgewachsene Garagen- oder Gartenanlage mit mehreren Modulfeldern. Die Solarbank 2 ist bei 2.400 W am Anschlag – was für 2 bis 4 Module völlig reicht.

Zweitens die Lebensdauer: 10.000 statt 6.000 Ladezyklen sind 67 % mehr – rechnerisch über 25 Jahre tägliches Vollladen. Das ist ein echter Zellen-Fortschritt, kein Marketingwert, und er verschiebt die Amortisationsrechnung großer Speicher spürbar.

Drittens die Messtechnik: Das 3-Phasen-Smart-Meter Gen 2 liegt beim neuen Modell im Karton; bei der Solarbank 2 ist das Smart Meter Zubehör, ohne das keine echte Nulleinspeisung funktioniert. Wer die 2er ohne Smart Meter betreibt, verschenkt Ertrag – dieser Punkt lässt sich aber für einen Bruchteil des Upgrade-Preises nachrüsten.

Was bleibt gleich?

Mehr, als die Modellnummer suggeriert: Beide Systeme sind All-in-One-Geräte mit integriertem Wechselrichter, beide regeln per Smart Meter sekundengenau nach, beide arbeiten mit vier unabhängigen MPPT-Trackern (gut bei Ost/West-Belegung und Teilverschattung), beide laufen in derselben Anker-App und beide setzen auf langlebige Speicherzellen mit langer Garantie. Und die wichtigste Konstante: Die gesetzliche 800-Watt-Einspeisegrenze gilt für beide. Am Balkon speist die Solarbank 4 Pro keinen Watt mehr ins Hausnetz ein als die 2er – ihre Mehrleistung kommt nur zum Tragen, wenn Anlage und Verbrauchsprofil sie füttern können.

Für wen lohnt sich der Wechsel? Drei ehrliche Antworten

❌ Upgrade lohnt sich nicht: das klassische 2-Modul-Balkonkraftwerk

Zwei Module am Geländer, 600–800 kWh Jahresertrag: Damit füllen Sie schon den 1,6-kWh-Speicher der Solarbank 2 an vielen Tagen nicht – ein 5-kWh-Speicher bliebe dauerhaft halbleer und die rund 1.500 € amortisieren sich nicht. Das ist keine Meinung, sondern unser eigenes Fazit aus dem Solarbank-4-Pro-Check: Für den normalen Balkon ist sie überdimensioniert. Behalten, gegebenenfalls das Smart Meter nachrüsten, fertig.

✅ Upgrade lohnt sich: der Anlagen-Ausbauer

Sie planen, vom Balkon auf Garage, Carport oder Gartenhaus zu erweitern – Richtung 3–5 kWp? Dann stößt die Solarbank 2 an ihre 2.400-W-Grenze, und die Solarbank 4 Pro wird zur ersten Steckerlösung, die Speicher, Wechselrichter-Logik und 3-Phasen-Messung ohne Elektriker-Pflicht vereint. In diesem Szenario ist der Launch-Preis von 1.499 € gut angelegt – und die gebrauchte 2er lässt sich als gefragter Bestseller separat weiterverkaufen.

🤔 Vielleicht: der Vielverbraucher mit Erweiterungs-Stau

Ihre Solarbank 2 ist bereits mit BP1600-Zusatzakkus aufgerüstet und trotzdem abends leer – etwa weil Wärmepumpe, Wallbox oder Homeoffice den Verbrauch treiben? Dann rechnen Sie beide Wege durch: weitere BP1600-Akkus (bis 9,6 kWh) gegen den Systemwechsel mit bis zu 30 kWh Ausbaupfad. Beachten Sie: Die BP1600-Akkus nehmen Sie in die neue Generation nicht mit. Unser Speicher-Wirtschaftlichkeits-Ratgeber und der Balkonkraftwerk-Rechner liefern die Zahlen dafür.

Mein Fazit

Die Solarbank 4 Pro ist das beeindruckendere Gerät – unsere 9,1/10 stehen. Aber ein Upgrade ist sie nur für Haushalte, deren Anlage mitwächst. Für den klassischen Balkon bleibt die Solarbank 2 E1600 Pro die passendere und drastisch günstigere Wahl, und ihr fallender Preis (in Aktionen unter 500 €) macht sie eher zum Kauf- als zum Verkaufskandidaten. Wer aufrüstet, tut es wegen der Anlage, nicht wegen der Modellnummer.

Anlage wächst mit?

Die Launch-Aktionspreise der Solarbank 4 Pro gelten erfahrungsgemäß nur wenige Wochen.

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Häufige Fragen

Lohnt sich das Upgrade zur Solarbank 4 Pro für mein Balkonkraftwerk?

Für ein klassisches 2-Modul-Kraftwerk: nein – der 5-kWh-Speicher liefe selten voll und amortisiert sich nicht. Lohnenswert wird der Wechsel erst beim Ausbau Richtung 3–5 kWp auf Garage, Carport oder Garten.

Speist die Solarbank 4 Pro am Balkon mehr ein als die Solarbank 2?

Nein. Die gesetzliche 800-Watt-Einspeisegrenze gilt für beide Systeme. Der höhere AC-Ausgang der 4 Pro nützt nur in Konstellationen, die mehr Eigenverbrauch direkt versorgen können.

Kann ich meine BP1600-Zusatzakkus an der Solarbank 4 Pro weiterverwenden?

Nein, die Solarbank 4 Pro nutzt eine neue Akku-Generation mit 10.000-Zyklen-Zellen. Vorhandene BP1600-Investitionen sprechen eher dafür, die 2er-Plattform weiter auszubauen.